Bewohner am Hansa-Ufer haben Online-Petition gestartet

Moabit. Die vom Rauswurf bedrohten Senioren des Wohnhauses am Hansa-Ufer 5 geben nicht auf. Sie haben eine Online-Petition gestartet, mit der sie das Abgeordnetenhaus auf ihre Situation aufmerksam machen wollen.

Die Hauseigentümerin, Akelius, plant eine "energetische Modernisierung" - mit einer Mieterhöhung von bis zu 60 Prozent. 750 bis 880 Euro für 42 Quadratmeter. Das würde für die meisten betagten Bewohner bedeuten, dass ihre Rente nur noch für die Miete reicht.

Dabei wurde das Haus in den 70ern als sozial gefördertes Seniorenhaus vom Bezirk errichtet und den Bewohnern vertraglich zugesichert, dass die Miete für die Einzimmer-Apartments mit Küche und Bad an die Rente angepasst ist. Bis 2008 war das so. Dann verkaufte der Bezirk die Liegenschaft an das schwedische Unternehmen. Die Schutzklausel fiel weg. Seither vermietet Akelius Wohnungen überwiegend an jüngere Menschen. Trotzdem sind die 62 Wohneinheiten zu annähernd 50 Prozent von Älteren bewohnt, erläutert Christa Kaes, Sprecherin der Mietergemeinschaft. Knapp 30 Mieter sind zwischen 75 und 97 Jahre alt. Manche wohnen schon über zwei Jahrzehnte im Haus.

Eigentlich sei das als "Härtefall" gesetzlich geregelt, so Kaes. Doch immer mehr Immobilienunternehmen klagten in solchen Fällen gegen Mieter, die die geforderte höhere Miete nicht zahlen konnten - und setzten sich vor Gericht durch.

Auch der behindertengerechte Gemeinschaftsraum für die Veranstaltungen ist in Gefahr. Er soll einem Ladengeschäft weichen. Die Alten werden in die jetzige Waschküche verbannt, die nur über eine Treppe zu erreichen ist. Über die Härtefälle und den Gemeinschaftraum haben Mieter-Vertreter mit Akelius gesprochen. Das Unternehmen sagte zu, Härtefälle zu berücksichtigen und den Gemeinschaftsraum für alle erreichbar zu gestalten. Eine schriftliche Bestätigung stehe noch aus. "Und damit sind die mündlichen Aussagen nach unserem Verständnis ohne Verbindlichkeit", meint Christa Kaes. Die Petition hatten schon nach wenigen Tagen rund 11 000 Unterstützer unterzeichnet. "Wir werden Akelius über die Anzahl der Unterschriften informieren, ebenso wie den schwedischen Botschafter", so Christa Kaes. www.hansa-ufer-5.de.


Karen Noetzel / KEN
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