Gegen Einsamkeit im Alter: 24-Stunden-Hilfetelefon

Eva Maria Kaes (links) und Elke Schilling kämpfen für das Projekt "Silbernetz". (Foto: KEN)
Berlin: Artenschutztheater |

„Einsamkeit kann jeden treffen“, sagt Elke Schilling. Gemeinsam mit Mitstreitern arbeitet die Vorsitzende des Vereins Silbernetz deshalb an einem „Netzwerkknoten der Altenhilfe“, der einmal bundesweit funktionieren soll.

Seit drei Jahren laufen die Vorbereitungen für das Projekt unter dem Dach des Humanistischen Verbands Deutschland (HVD). Zum Projekt gehören ein 24-Stunden-Hilfetelefon, „Silbernetz-Freunde“, die ältere, einsame Menschen einmal in der Woche anrufen, sowie die Vermittlung von Angeboten für Ältere im Kiez.

„In Berlin könnte Einsamkeit etwa eine Viertelmillion Menschen betreffen“, sagt Elke Schilling. Genaue Zahlen gebe es nicht, „obwohl jeder weiß, dass alte Leute Bedarf haben“, ergänzt die Mediatorin Eva Maria Kaes.

Silbernetz war fast am Ziel: Ehrenamtliche waren geschult worden, im Dezember sollte es losgehen. Doch dann sagten kurz nacheinander die beiden technischen Partner für das Hilfetelefon ab. An den Kosten in Höhe von jährlich 340 000 Euro habe es gelegen, so Elke Schilling. Die Absage ist inzwischen verdaut. Silbernetz nimmt einen neuen Anlauf mit der Kampagne „Gegen Einsamkeit im Alter“.

Offene Ohren für Ältere

Regisseurin Martina Troxler hat ein Kampagnen-Video gedreht, abrufbar auf www.silbernetz.org. Es laufen eine Online-Petition an die Politik, weil laut Elke Schilling in Deutschland wenig sicheres Wissen über gesundheitliche und soziale Folgen der Vereinsamung alter Menschen vorhanden sei. Es gibt eine Spendenaktion auf der Internetspendenplattform www.betterplace.org und über die Vereinshomepage, „weil wir Geld für das Hilfetelefon brauchen, um andere Partner für den Betrieb ab 2018 zu finden“. Zur Kampagne gehört aber vor allem ein Testlauf des Hilfetelefons. Vom 24. Dezember, 12 Uhr, bis 1. Januar, 12 Uhr, wird die kostenlose Rufnummer  0800 470 80 90 freigeschaltet.

Ältere, einsame Menschen aus Berlin erreichen dann einen oder eine der 15 Ehrenamtlichen wie beispielsweise Renate Vercrüße, die den Anrufern in sechs Schichten à vier Stunden für Gespräche „über Gott und die Welt“ zur Verfügung stehen.
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