Hochseecontainer für Drogenabhängige im Kleinen Tiergarten erregt die Gemüter

Berlin: Hochseecontainer |

Moabit. Der Kleine Tiergarten und der Ottopark wurden mit Finanzmitteln aus dem Bund-Länder-Förderprogramm „Aktive Zentren“ umgestaltet. Dass die Drogenszene dort seit 2014 einen eigenen Bereich – in einem Hochseecontainer – erhalten hat und vom Verein für suchtbegleitende Hilfen „Fixpunkt“ betreut wird, stört viele in Moabit.

Bürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) spricht lieber von einem „Park für alle“ und einem „Park mit Hochseecontainer“. Bei der Neugestaltung der Parkanlage habe man auf Komfort, Erholung und das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung geachtet. „Es ging aber auch um die Lebenssituation von Menschen, die sich in problematischen Lebenssituationen befinden und ebenfalls überwiegend aus Moabit stammen“, so Stephan von Dassel. Der Park sei nun einmal für viele Angehörige der Drogenszene mangels Wohnung ein wichtiger Aufenthaltsort und ein Ort gegen Vereinsamung und Langeweile.

Laut „Fixpunkt“ beuge der Container im mittleren Teil des Kleinen Tiergartens Konflikten vor. Er habe zu einer erheblichen Entlastung des U-Bahneingangs an der Turmstraße geführt. Dort hielten sich die Drogenabhängigen bis zur Aufstellung des Containers vornehmlich auf und belästigten Passanten. Der Drogenhilfeverein spricht im Zusammenhang mit dem quietschgelben Container an der Ecke Stromstraße und Alt-Moabit von „sozialer Kontrolle“ sowie von „Gewalt- und Kriminalitätsprävention“.

Außerdem seien das Aufstellen des Containers und die Betreuung seiner Nutzer gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, dem Bezirksamt, der Polizei und dem für das Zentren-Förderprogramm zuständige Koordinationsbüro KoSP GmbH „entwickelt“ worden. Bürgermeister Stephan von Dassel kündigte an, „das von allen beteiligten Akteuren als erfolgreich bewertete Modell im nächsten Jahr aus eigenen Mitteln fortzuführen“. KEN
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