Im Poststadion sollen zwei temporäre Unterkünfte errichtet werden

Moabit. Am 10. November sollen im Poststadion zwei Traglufthallen eröffnet werden, in denen das Land Berlin Flüchtlinge unterbringen will.

Die Berliner Aufnahmeeinrichtungen sind überlastet. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) plant daher zwei Traglufthallen, aus praktischen Gründen in unmittelbarer Nähe der Zentralen Aufnahmeeinrichtung des Landes Berlin für Asylbewerber (ZAA) in der Turmstraße: Auf dem sogenannten Jugendplatz in der nördlichen Ecke des Poststadions. Dafür hat die Behörde laut Sabine Smentek (SPD), Stadträtin für Facility Management, den Standort in Beschlag genommen. Das Bezirksamt habe sich dem Vorhaben weder politisch noch juristisch entziehen können, so Smentek.

Der eingezäunte Kunstrasenplatz wird derzeit von den Vereinen Berliner Athletik-Klub 07 (BAK), Drogenliga Berlin, Moabiter Frauensportverein (FSV), SC Union 06 und Seitenwechsel sowie zahlreichen Freizeitsportlern genutzt. Das Sportamt will den Vereinen zum Ausgleich Trainingsstunden in Sporthallen anbieten.

Die Unterbringung von Flüchtlingen, die am Tag ihrer Ankunft nicht registriert werden können, in den aufblasbaren, mobilen Hallen soll Obdachlosigkeit vermeiden und "einige wenige Tage nicht überschreiten. Eine reine Notlösung und ein Überlaufventil", so Lageso-Präsident Franz Allert.

Die Hallen sollen bis 31. Mai in Betrieb bleiben. Als Betreiber der Notunterkunft ist die Berliner Stadtmission vorgesehen. Vorgesehen sind eine größere und eine kleinere, miteinander verbundene Traglufthalle, beide neun Meter hoch.

Neben einzelnen Abteilen werden ein Aufenthalts- und ein Essensraum sowie Toiletten- und Duschcontainer eingebaut. Der Zugang zu den Hallen erfolgt über die Kruppstraße 16.Bis zu 250 Menschen, vor allem aus den Bürgerkriegsgebieten Syrien und Nordirak sowie Eritrea und dem Balkan, sollen in den beiden Traglufthallen unterkommen.

Allerdings hatte Constance Frey, Sprecherin der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales, gegenüber der Berliner Morgenpost geäußert, dass dort "auch Obdachlose oder Wanderarbeiter aus Osteuropa im Rahmen der Kältehilfe" unterkommen können.


Karen Noetzel / KEN
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