Mitte kritisiert LAGeSo: Willkommenskultur sieht anders aus

Moabit. Scharf kritisiert das Bezirksamt die Informationspolitik des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) zur Schließung der Flüchtlingsnotunterkunft Levetzowstraße.

Die provisorische Notunterkunft in der Levetzowstraße wird nach zwei Jahren geschlossen. Damit erfüllt das LAGeSo endlich die Forderung des Bezirksamts Mitte und der zahlreichen ehrenamtlichen Unterstützer der Flüchtlinge.

Dennoch - so sehr das Bezirksamt die Schließung der Einrichtung begrüßt, so verstört ist man im Rathaus über die Informationspolitik des LAGeSo. Während der Senat in seiner Klausur ein Flüchtlingskonzept mit "rechtzeitiger Information und Einbindung von Bezirksämtern und Bürgern" verspricht, unternehme das LAGeSo das Gegenteil. Weder die bezirklichen Stellen noch die ehrenamtlichen Nachbarschaftsinitiativen oder die Akteure im Sozialraum wurden über den innerhalb von wenigen Tagen geplanten Umzug der Flüchtlinge ins Containerdorf Alfred-Randt-Straße in Köpenick vorab informiert.

"Die Nichtinformation über den kurzfristig bevorstehenden Umzug wirkt wie eine späte Rache des LAGeSo gegen die Ehrenamtlichen, die immer wieder auf die zahlreichen Mängel in der Einrichtung und beim LAGeSo selbst hingewiesen hatten", sagt Stephan von Dassel (Bündnis 90/Grüne), Stadtrat für Soziales und Bürgerdienste. Teilweise leben die Flüchtlinge seit über zwei Jahren in Moabit und ihre Kinder gehen hier zur Schule oder in den Kindergarten.

"Es darf keine ungeplanten Umzüge aus der Einrichtung geben. Ich bin nach wie vor fassungslos wegen dieser Aktion: Geflüchtete sind verunsichert, und über die Kinder und Familien hat sich wohl niemand Gedanken gemacht", sagt Bürgermeister Christian Hanke (SPD).


Michael Kahle / m.k.
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