Räumungsklage eingereicht: Bewohner sollen das ehemalige Gästehaus Moabit verlassen

Berlin: Gästehaus Moabit |

Moabit. Gegen die Bewohner des ehemaligen Männerwohnheims „Gästehaus Moabit“ in der Berlichingenstraße hat der Eigentümer Räumungsklage eingereicht.

22 Männer wohnen noch im Gebäude mit der Hausnummer 12. Dem früheren Betreiber des Wohnungslosenheims war von der Hausverwaltung der Berlichingenstraße, der Berolina Grundbesitz GmbH, zum 31. Januar gekündigt worden. Die Bewohner wurden aufgefordert, ihre Zimmer – ein Zimmer pro Person – zu räumen. Der Eigentümer hatte einen neuen Pachtvertrag mit dem Berliner Unternehmen Gikon abgeschlossen. Das wollte im Haus Flüchtlinge unterbringen.

Die Wohnungslosen blieben jedoch einfach wohnen. Seit 1. Februar „verwalten“ sie das Haus selbst. Sie werden vom Bündnis „Zwangsräumung verhindern“ und Nachbarn aus dem Kiez unterstützt. Ende Juni wurde versucht, im Haus das Wasser abzustellen. Sozialstadtrat Stephan von Dassel (Grüne) musste von seinem Plan abrücken, dass das Sozialamt von Mitte Kosten wie etwa die für die Müllabfuhr übernimmt. Das sei rechtswidrig, beschied Bürgermeister Christian Hanke (SPD). Und nun also die Räumungsklage. Der Status der Männer ist unklar. Ein Gericht muss über ihr Wohnrecht befinden. Die Männer haben Widerspruch gegen die Räumung eingelegt. Ein Anwalt vertritt sie.

Lukratives Geschäft

Offenbar hat die Gikon nach monatelangem Schweigen inzwischen das Gespräch mit dem Bezirksamt gesucht. Gikon soll darin klargestellt haben, den Männern im Haus keine weitere Perspektive zu eröffnen. Weitere Einzelheiten sind nicht bekannt. Dass Wohnraum zu weitaus lukrativeren Flüchtlingsunterkünften umgewandelt wird – Land Berlin zahlt dafür pro Person und Tag bis zu 22,50 Euro –, will die SPD in Mitte auf jeden Fall verhindern. Das sagte ihre Fraktionschefin in der BVV, Martina Matischok-Yesilcimen, bereits im Juli.

Für die Unterbringung der Männer aus der Berlichingenstraße sei grundsätzlich das Sozialamt zuständig, sagte Bürgermeister Christian Hanke (SPD). Es müsse nun nach alternativen Unterbringungsmöglichkeiten suchen. KEN
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