Anwohner der Dortmunder Straße gegen Baumfällungen

BI-Sprecher Bernd Gierlich zeigt auf einen gesunden Baum. Seine starken Wurzeln haben den Gehweg angehoben. Das Motto der Bürgerinitiative: Sichere Fußwege. Gesunde Bäume erhalten. (Foto: KEN)

Moabit. Insgesamt zwölf von 22 Bäumen will das Grünflächenamt in der Dortmunder Straße fällen. Anwohner protestierten, schon weil sie nicht ausreichend informiert wurden. Nach dem aufgeflammten Bürgerprotest hatte die grüne Fraktion vor Weihnachten schnell einen Dringlichkeitsantrag in die BVV eingebracht.

Nach Gerangel mit der SPD und einigen kleineren Änderungen stimmte das Bezirksparlament dem Antrag geschlossen zu. Er sieht unter anderem vor, die Fällung zumindest jener sieben Bäume, die aus „baulichen Gründen“ weichen sollen – ihre Wurzeln schädigen Gehwege und Straßenbelag –, bis zum 5. Februar auszusetzen. Für die fünf kranken Bäume sind, sollten sie fallen, „unverzüglich Neupflanzungen vorzunehmen“.

In jedem Fall aber seien vor einer Fällung mit der Bevölkerung in einem Workshop „Alternativkonzepte“ zu erarbeiten, wie einerseits die stattlichen, bis zu 70 Jahre alten Eschen- und Silberahornbäume gerettet und die Gehwege saniert werden können. Bei einem Treffen der Bürgerinitiative (BI) Dortmunder Straße am 9. Januar gab deren Sprecher Bernd Gierlich zu bedenken, dass ein BVV-Antrag keinen bindenden Charakter habe. „Das Bezirksamt kann im Prinzip sagen: Wir bleiben bei unserem Entschluss“, so Gierlich. Derzeit arbeitet das Grünflächenamt an einer Stellungnahme. Die letzte Entscheidung liegt aber bei Baustadtrat Carsten Spallek (CDU).

Die BI sieht sich nicht in Fundamentalopposition zu den Fällabsichten des Bezirksamtes, wenn es um die kranken Bäume geht. Dass Gehwegschäden beseitigt werden müssen, stellt die BI, die den Berliner SPD-Abgeordneten Thomas Isenberg auf ihrer Seite weiß, nicht in Abrede. Doch sie will eine Diskussion mit der Verwaltung, wie das geschehen könnte, ohne gesunde Bäume zu fällen. Vorschläge kamen auf den Tisch wie der, die Dortmunder Straße in eine Spielstraße umzuwandeln.

Die Bürgerinitiative wappnet sich für die Gespräche mit den Fachleuten vom Bezirksamt. Auf Vorschlag von Brigitte Nake-Mann von der BI „Silberahorn Plus“, die die Bürger aus der Dortmunder Straße unterstützt, wurde in der Runde am 9. Januar spontan Geld für einen Landschaftsplaner gesammelt, der inzwischen Straße und Bäume in Augenschein nahm. KEN
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