Bezirksamt lehnt Erstellung eines neuen Verkehrsgutachtens für den Moabit-Nord ab

Moabit. In der Wahrnehmung der Bezirksverordneten ist das nördliche Moabit stark verkehrsbelastet. Ein Verkehrsgutachten sollte Klärung bringen.

Es geht um den ungewollten Durchgangsverkehr im Wohngebiet nördlich der Turmstraße zwischen Beussel- und Stromstraße und seine Verringerung. Wenn man Stadtrat Carsten Spallek (CDU) auf diese Forderung der Grünen anspricht, antwortet er knapp: „fachlich nicht geboten“ und nur schwer zu finanzieren. Denn das gewünschte Gutachten würde, so Spallek, einen ganzen Strauß von Fragen beantworten, die in Teilen bereits von Verkehrsentwicklungsplänen des Senats beantwortet worden seien.

So wollen die Fragesteller wissen, ob dem höheren Verkehrsaufkommen im Wohngebiet mit mehr Raum für den Fahrradverkehr zu begegnen wäre, wie sich der Lieferverkehr „mit Kleinlastern“ auswirkt, warum Autofahrer durch Birken-, Wald- und Wiclefstraße oder Oldenburger Straße fahren, um auf dem Weg nach Wedding oder zur Autobahn Kreuzungen und Ampeln zu umgehen.

Umgestaltung nicht finanzierbar

Die Antragsteller befürworten Tempo 30 in der Turmstraße, Poller am nördlichen Ende der Wilhelmshavener Straße und überhaupt in vielen Seitenstraßen samt einer Einbahnregelung zum Schutz vor einem „massiven und geschwindigkeitsüberhöhten Verkehr“ und wollen auf der Putlitzbrücke auf beiden Seiten das Abbiegen in die Umgehungsstraße erlauben.

Seit 2010 gebe es ein Verkehrsgutachten und eine Bestandsanalyse für ganz Moabit, betont der Stadtrat. Darin berücksichtigt seien Auto-, Rad-, Fuß- und öffentlicher Verkehr. „Bauliche Umgestaltungen in dieser Form für das Gesamtgebiet wären auch in der heutigen Zeit gar nicht mehr finanzierbar“, sagt Spallek über die geforderten Poller und größere verkehrsberuhigte Gebiete.

Vorliegende Daten des Senats zum Verkehr in Moabit verweisen auf einen ganz entgegengesetzten Trend. Zwischen 2005 und 2014 sei der durchschnittliche tägliche Autoverkehr in der Stromstraße von 40.000 Fahrzeugen am Tag auf rund 30.000 Fahrzeuge zurückgegangen, in Turm- und Beusselstraße seien die Zahlen über zehn Jahre nahezu unverändert geblieben. Und die früher täglich 22.000 Autos in der Siemens- und Quitzowstraße haben Erna-Samuel- und Ellen-Epstein-Straße übernommen. KEN
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