Schwarzbuch kritisiert "Moabiter Kissen"

Die Fahrbahnschwellen in der Lehrter Straße. (Foto: KEN)

Moabit. Soeben ist das neue Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler erschienen. Zu den zahlreichen, bundesweit registrierten Fällen der Geldverschwendung gehören auch die "Moabiter Kissen".

In der Quitzow- und der Lehrter Straße will der Bezirk Mitte mit diesen Fahrbahnschwellen aus grobem Kopfsteinpflaster Autofahrer zur Einhaltung von Tempo 30 bewegen. Der Bund der Steuerzahler hat Testfahrten gemacht und bezweifelt nun die Wirksamkeit der Kissen. Stattdessen befürchtet er Verschwendung und mehr Lärm für die Anwohner.

In der Quitzowstraße nehme man die 20 in der Fahrbahnmitte eingelassenen, 4,60 mal 4,60 Meter großen Quadrate beim Überfahren kaum wahr. Die Schwellen seien viel zu flach, kritisiert der Verein und dokumentiert das mit Videoaufnahmen. "Noch sinnlosere Fahrbahnschwellen sind allerdings in der Lehrter Straße zu finden", heißt es auf Seite 40 des Schwarzbuches. Wegen der dort verkehrenden BVG-Busse mussten sie so schmal gebaut werden, "dass selbst Fahrer von Mittelklassefahrzeugen die Aufpflasterungen leicht zwischen die Räder nehmen können". Die Wirkung sei also gleich null.

Die Schwellen in der Quitzowstraße kosteten 68 900 Euro, jene in der Lehrter Straße 12 600 Euro. Der Bund der Steuerzahler kritisiert nun: In Mitte wie in der ganzen Stadt fehle Geld, um das Straßennetz zu erhalten. "Mit den zusammen 81 500 Euro für die Moabiter Kissen in den beiden Straßen hätten alternativ auch rund 1800 Schlaglöcher gestopft werden können."

Weitere Informationen auf www.schwarzbuch.de

Karen Noetzel / KEN
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