Start-up-Unternehmen und Schüler renovieren "Chillraum"

Auch Einzelteile wie diese Heizkörperabdeckungen bekamen einen frischen Anstrich. (Foto: KEN)
Berlin: Hedwig-Dohm-Oberschule |

Moabit. Nicole ist 13 und hat mit zwei Mitschülern den Schrank für die Musikanlage gebaut - auf einer "Geburtstagsfeier".

Das Moabiter Start-up-Unternehmen "Contorion" ist ein Jahr alt geworden. "Wir sind bodenständig und wollen etwas an unsere Nachbarschaft zurückgeben, aber nicht in Form von einer Spende", sagt Frederick Roehder. Gemeinsam mit Richard Schwenke und Tobias Tschötsch hat er den Online-Anbieter für Werkzeuge und Handwerksbedarf für mittelständische Betriebe gegründet und führt auch die Geschäfte.

Die Jungunternehmer initiierten mit der Hedwig-Dohm-Oberschule in der Stephanstraße die Aktion "Gemeinsam anpacken". Gemeinsam mit Nicole und anderen Schülern renovierten rund 20 der 60 Firmenmitarbeiter an zwei Tagen einen der beiden Aufenthaltsräume der integrierten Sekundarschule. Die Aktion kommt der Schule sehr entgegen. Denn ein besonderer Schwerpunkt ist die Berufsorientierung, die besonders durch die Kooperation mit Firmen wie auch mit der Loschmidt-Oberschule eine Unterstützung erfährt.

"Wir haben hier viele Schüler, denen das Praktische weitaus mehr liegt als das Theoretische", sagt Schulleiter Josef Widerski. Sie konnten sich am 28. und 29. April etwas beweisen und waren rasch Feuer und Flamme für die Arbeit. Viele machen auch in der Schülerfirma mit. Handwerkliches ist ihnen nicht ganz fremd. Das kann auch Tobias Tschötsch bestätigen. "Die Schüler arbeiten unglaublich begeistert", so der Betriebswirtschaftler.

Vor circa fünf Wochen saßen die Contorion-Chefs mit Vertretern der rund 430 Schüler der Klassenstufen sieben bis zehn aus 27 Nationalitäten in dem stark renovierungsbedürftigen Raum. "Es gab sehr viele Wünsche für die Gestaltung. Nicht alles war durchführbar", erzählt Richard Schwenke. Am Ende stand das Verschönerungsprogramm für den "Chillraum" im Erdgeschoss eines der rückwärtigen Gebäude auf dem weitläufigen Schulgelände aber fest. An den beiden Tagen bekamen die Schüler abwechselnd fürs Bauen und Werkeln unterrichtsfrei. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Dottergelb und himmelblau gestrichen sind die Wände, der Schrank für die Musikanlage ebenso wie eine ausladende Sitzecke aus Euro-Paletten mit großen, weichen Kissen sind zusammengeschraubt; die Fenster und Glastüren zum Hof sind mit zugeschnittener weißer Folie beklebt. Neben dem Spaß, gemeinsam etwas geschafft zu haben, hatten die teilnehmenden Schüler auch ein großes Erfolgserlebnis. Ein Schüler sagte nach der Aktion, er wolle Handwerker werden. Darüber freut sich Schulleiter Widerski ganz besonders.


Karen Noetzel / KEN
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