Wieder Zeitverzug beim Brückenbau: Arbeiten an der Neuen Fahlenbergbrücke erst 2019

Die fast 35 Jahre alte Brücke über den Gosener Kanal muss durch einen Neubau ersetzt werden. (Foto: Ralf Drescher)
 
Tom Schreiber: "Sichere Verkehrsplanung sieht anders aus." (Foto: Ralf Drescher)

Müggelheim. Wen man mehrmals das Gleiche fragt, bekommt man nicht immer gleiche Antworten. Das konnte jetzt Abgeordnetenhausmitglied Tom Schreiber (SPD) erleben. Auf eine aktuelle Anfrage zum Baubeginn für die Neue Fahlenbergbrücke bei Gosen war jetzt der Baubeginn für das Jahr 2019 in Aussicht gestellt worden.

In der Antwort auf eine ähnliche Anfrage im vorigen Jahr hatte der damals zuständige Staatssekretär Christian Gaebler (SPD) noch den Baubeginn für 2018 in Aussicht gestellt. Davon ist jetzt in der Bauverwaltung keine Rede mehr. „Der Baubeginn verschiebt sich, avisiert ist der Baubeginn für das erste Quartal 2019. Die Planungen sind sehr komplex, bauen aufeinander auf und müssen daher nacheinander bearbeitet werden“, so der jetzt zuständige Staatssekretär Jens-Holger Kirchner.

Viele Behörden reden mit

Vermutlich dauert die Planungsphase für eine Stahlbrücke über den Gosener Kanal auch deshalb solange, weil viele Behörden mitreden. Es werden Genehmigungen zum Bauen im Wasserschutzgebiet, im Trinkwasserschutzgebiet und im Naturschutzgebiet benötigt, außerdem braucht der Senat die Zustimmung der Berliner Forsten, weil die Behelfsbrücke über eine Straße durch Waldgebiet angeschlossen wird. Dafür kann der Verlauf der alten Gosener Landstraße genutzt werden, der derzeitige Waldparkplatz entfällt während der Bauarbeiten. Als Behelfsbrücke wird der derzeitige aus dem Jahr 1983 stammende Überbau verwendet. Er wird im Rahmen einer zweitägigen Vollsperrung per Schiff rund 100 Meter zur Behelfstrasse verschoben. Während des Brückenneubaus wird der Verkehr dann einspurig mit Hilfe einer Lichtsignalanlage um die Baustelle herumgeleitet.

"Sichere Planung sieht anders aus"

Der SPD-Abgeordnete ist mit der Aussage des Senats nicht zufrieden. „Nach der mehrmaligen Verschiebung der Sanierung der Salvador-Allende-Brücke ist das bereits die zweite Enttäuschung für den Bezirk. In einer Anfrage nach der Sanierung der Neuen Fahlenbergbrücke hatte man mir 2014 noch den Baubeginn für 2016 versprochen, zwei Jahre später war das Jahr 2018 im Gespräch. Eine sichere Verkehrsplanung für den Südosten Berlins sieht anders aus“, teilte Tom Schreiber mit.

Im Übrigen dauert die Brückengeschichte nicht nur länger, vermutlich wird sie auch teurer. Zuletzt waren die Baukosten mit 2,8 Millionen Euro beziffert worden. „Die Bauplanungsunterlagen mit konkreter Kostenberechnung werden im August zur Prüfung eingereicht. Eine Kostensteigerung ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht auszuschließen“, teilt Staatssekretär Kirchner dem Abgeordneten Tom Schreiber mit.

Ursprünglich sollte die Neue Fahlenbergbrücke für rund 1,5 Millionen Euro saniert werden. Die im Sommer 2010 begonnenen Arbeiten wurden im Mai 2011 eingestellt, weil die Sanierung wegen großer Bauschäden wirtschaftlich keinen Sinn machte. Die Brücke ist eine wichtige Verbindung zwischen Berlin und Brandenburg. Anwohner aus dem Raum Gosen und Erkner nutzen die Überführung auf dem Weg zu ihren Arbeitsplätzen in Berlin, viele Berliner aus dem Raum Köpenick fahren im Gegenzug zum Einkaufen nach Gosen. RD
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