Meine erste 6,0 - Christine Stüber-Errath zur "Blauen Stunde" im Nachbarschaftshaus

Wenn jemand Weltmeisterin, dreifache Europameisterin und Gewinnerin weiterer Medaillen in seiner Traumsportart Eiskunstlauf war, dann müssten doch in diesem Leben alles nach Wunsch verlaufen sein?

So oder so ähnlich waren bestimmt die Vorstellungen der 40 TeilnehmerInnen an dieser Buchlesung der besonderen Art, der „Show zum Buch“ im Nachbarschaftshaus im Ostseeviertel.

Weit gefehlt!
In ihrer temperamentvollen Art demonstrierte Christine Stüber-Errath,
dass neben den bekannten Erfolgen auch oft Abstürze ihr Leben bestimmten und wie sie sich nach dem Hummel-Prinzip wieder nach oben kämpfte.
Angefangen hat sie als 5-jähriges Pummelchen, das ulkig genug war, um nicht übersehen zu werden. Eindrucksvoll war auch die Kombination eines Interviews, das sie als 9-jährige gab, in dem sie selbstbewusst verkündete Europameisterin werden zu wollen und dem folgenden Video der Kür zur EM in Köln 1973, bei der sie genau dieses Ziel in der gewohnten Eleganz erreichte.

Lustige Episoden wie die über die Kostüme, die immer Mama schneiderte, die Schlittschuhe, die sich zur richtigen Zeit wieder fanden, wechselten mit wehmütigen wie die Erinnerungen an die besonders interessanten und fairen Sportreportagen durch Heinz-Florian Oertel.

Den Männern in ihrem Leben hatte Christine Stüber-Errath auch einige wichtige Abschnitte gewidmet, zum Beispiel Kolja, dem verrückten russischen Fan oder Frank Schöbel, mit dem sie eindrucksvoll als Paar zum „Liebestraum“ von Liszt tanzte, obwohl wir heute wissen, dass die Kostüme viel zu eng waren. Nachdem sie als 19-jährige mit dem Eiskunstlauf abschloss, traute sie sich für den Film „Die Anfängerin“ nach langer Zeit wieder aufs Eis. Inzwischen trainiert sie wieder regelmäßig und zeigte abschließend in einem kurzen Ausschnitt aus einer Schaulaufveranstaltung, dass sie auch mit 60 nichts von ihrem Können und ihrer Ausstrahlung verloren hat.
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