Anwohner bereiten für 2014 Jubiläum der Großsiedlung vor

Neu-Hohenschönhausen. Die Großsiedlung feiert im kommenden Jahr ihr 30-jähriges Bestehen. Bewohner diskutierten in der vergangenen Woche, wie das Jubiläum begangen werden soll.

Die Kirche Wartenberg an der Falkenberger Chaussee platzte aus allen Nähten, so groß war das Interesse an einer "Zukunftskonferenz", organisiert vom Projekt- und Veranstaltungsmanagement kiez-event der Bezirksverordneten Camilla Schuler (Bündnis 90/Die Grünen) und dem Büro Fromlowitz und Schilling für Öffentlichkeitsarbeit im Städtebau, Standort- und Projektmarketing. Ihr Motto: 30 Jahre Hohenschönhausen - Neue Herausforderungen für Neu-Hohenschönhausen-Nord.

Die Gäste waren aufgerufen, Ideen für die Jubiläumsfeierlichkeiten einzubringen sowie Wünsche und Forderungen zum Wohnumfeld und dem Miteinander der Anwohner zu formulieren. Schon einmal, im Jahr 2009, hatte es eine Zukunftskonferenz des Bürgervereins mit dem Titel "Mein Hohenschönhausen" gegeben.

Auch damals wurden unterschiedliche Projekte angestoßen, vieles aber ist im Sand verlaufen. Themen waren unter anderem: die Förderung der Jugend, der Abbau von sozialer Benachteiligung, Abwanderung und Altersarmut, mehr Bildungs-, Kultur- und Freizeitangebote, eine nachhaltige Stadt- und Verkehrsentwicklung und überhaupt ein besseres Image der Siedlung. Heute gelte es, sich wieder zu vernetzen, um aktiv den Stadtteil zu gestalten, so der Appell von Nicolaus Fromlowitz.

Der Stadtteil verändere sich, sagte Bezirksbürgermeister Andreas Geisel (SPD) in seinem Grußwort zu Beginn: "An fast allen Ecken und Enden wird gebaut. Die Wohnungsbestände sind beinahe vollständig saniert, die Leerstandsquote ist niedrig." Gerade hat die Howoge weitere 1000 Wohnungen am Prerower Platz gekauft.

Nach der Sanierung sollen sie an Menschen mit mittlerem und kleinem Einkommen vermietet werden. Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft verwaltet insgesamt 54.000 Wohnungen, nach Angaben von Claudia Lass und Marion Heise vom Howoge-Kundenzentrum Warnitzer Bogen sind es allein 9826 in Neu-Hohenschönhausen. Über ihr eigentliches Geschäftsfeld hinaus engagiert sich die landeseigene Gesellschaft im Wohngebiet sozial und kulturell.

Der Bezirk verzeichnet wieder mehr Zuwanderung. Die Kinderzahlen steigen, die Kaufkraft wächst, die Arbeitslosigkeit sinkt. Laut Klaus Güttler-Lindemann vom bezirklichen Stadtplanungsamt werden bis 2025 in Lichtenberg mehr als 12.000 neue Wohnungen für rund 20.000 zugezogene Einwohner gebraucht, in der Großsiedlung Neu-Hohenschönhausen sind es 800 neue Wohnungen. Platz dafür ist vorhanden. "Von denen können ganz schnell 100 gebaut werden und bis zum Jahr 2020 an die 700", sagt Güttler-Lindemann.

Auch mit stadtplanerischen Themen beschäftigten sich einige Teilnehmer der Zukunftskonferenz. Diskutiert wurden zum Beispiel die Nordtangente-Pläne und die Frage, was unter einem lebendigen Zentrum zu verstehen sei: Shoppen, Kultur oder einfach nur ein begrünter Platz? Einige Gäste forderten, die Schulen für die Bürger zu öffnen, andere wünschten sich weitere Radwege ins Umland und mehr kulturelle Angebote.

Dass das Jubiläum vom 9. Februar an gefeiert werden soll, darüber bestand kein Zweifel. Zwei Mottos waren bald gefunden: "30 Jahre und kein bisschen leise" und "Erinnern, wahrnehmen, gestalten". Ideen gab es genug. Sie reichten von Flyern, einem Internetauftritt, Straßentheater und Pressekonferenzen übers Sichtbarmachen verschwundener Orte, die Nutzung leer stehender Gebäude als temporäre Begegnungsstätten bis hin zur Beteiligung der Schulen am Fest-Projekt. Zudem könnte die Bezirksverordnetenversammlung in Hohenschönhausen tagen. Bleibt die Aufgabe, Hohenschönhausener und insbesondere das Bezirksamt zum Mitmachen zu bewegen. Außer einer Anschubfinanzierung gibt es bisher von Verwaltungsseite kein Geld.


Karen Noetzel / KEN
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