Heckenschnitte sollen Straßenstrich an der Darßer Straße unterbinden

Neu-Hohenschönhausen. Eine Handhabe gegen den Straßenstrich an der Darßer Straße hat der Bezirk nicht. Das Ordnungsamt kann jedoch wegen des illegal entsorgten Mülls einschreiten.

"Seit April dieses Jahres erhalten wir Hinweise über die Prostitution an der Darßer Straße", erklärt der Stadtrat für Ordnungsangelegenheiten, Andreas Prüfer (Die Linke). "Gegen die Prostitution selbst können wir nicht vorgehen", sagt Prüfer. Der Bezirk hat keine rechtlichen Möglichkeiten, die Prostitution vor Ort zu unterbinden. Mit dem Gesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Prostituierten aus dem Jahr 2002 ist dieses Gewerbe nicht mehr sittenwidrig. Dennoch soll die "Gewerbetätigkeit" auf dem Straßenstrich vor Ort in Zukunft erschwert werden. "Das Bezirksamt prüft gegenwärtig die Möglichkeit, durch Rückschnitt des Bewuchses die Einsicht ins Gelände transparenter zu gestalten", erklärt Prüfer. Denn nachdem die Prostituierten ihre Freier an der Darßer Straße angesprochen haben, verziehen sie sich auf das Flurstück am Graaler Weg. Dort schlagen sie sich in die Büsche, die der Verrichtung ein Versteck bieten. "Wir werden auch gegen den illegal entsorgen Müll vorgehen", verspricht Prüfer, der für das Ordnungsamt zuständig ist. Bislang jedoch sei der Umfang der Abfallentsorgung vor Ort "überschaubar", so der Stadtrat. Lediglich zwei Platzverweise wurden in der Vergangenheit vom Ordnungsamt ausgesprochen, die auf eine solche Abfallentsorgung fußten. Zu den Hinterlassenschaften der Gewerbetätigkeit zählen etwa Taschentücher und Kondome. Solche Platzverweise auszusprechen sei schwer, erklärt der Stadtrat. Denn die Ordnungsamtsmitarbeiter müssten die illegale Entsorgung des Abfalls auf frischer Tat ertappen.

Erkenntnisse über Zwangsprostitution oder über Prostitution von Minderjährigen lägen bislang nicht vor, so Prüfer. Sozialarbeiter vom Zentrum für sexuelle Gesundheit und Familienplanung in Marzahn-Hellersdorf versuchen Kontakt zu den Frauen herzustellen. Das sei jedoch problematisch, da sich die jeweiligen Frauen unregelmäßig vor Ort aufhalten. Nach Erkenntnissen des Zentrums soll es sich um bulgarische, rumänische und polnische Frauen handeln.


Karolina Wrobel / KW
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