Neuer Eigentümer stimmt Vereinbarung zur Modernisierung zu

Die Modernisierung hat bereits im Sommer 2013 in der Wartenberger Straße begonnen. (Foto: Wrobel)

Neu-Hohenschönhausen. Rund 960 Wohnungen plant der Luxemburger Eigentümer im Wohngebiet rund um die Wartenberger Straße zu sanieren. Der Bezirk schloss mit ihm nun eine Vereinbarung, die Luxusmodernisierungen ausschließt.

"Mein Ziel war es, im Gespräch mit dem neuen Eigentümer eine einvernehmliche Lösung im Sinne der Bewohner zu erreichen", sagt der Stadtrat für Stadtentwicklung, Wilfried Nünthel (CDU). Im vergangenen Jahr wurde für die Häuser Anna-Ebermann-Straße 1-24, Gehrenseestraße 67-77, Josef-Höhn-Straße 1-20, Wartenberger Straße 34/38c und Wartenberger Straße 44/72 angekündigt, diese zu sanieren. Tatsächlich sind sie aufgrund des vielfachen Eigentümerwechsels in schlechtem Zustand. Die Mieten sind dafür sehr niedrig.

So zahlen manche Mieter lediglich 2,20 Euro pro Quadratmeter. Die durch den neuen Eigentümer angekündigte Sanierung ließ viele aufschrecken, sie befürchten steigende Mieten. Mehr als 690 Wohnungen sind von der Modernisierungsankündigung betroffen. Zudem stehen etwa 300 weitere leer. Die Sorge um steigende Mieten war nicht unbegründet. Die Luxemburger Fondsgesellschaft FFS 4 S.a.r.l. verschickte Modernisierungsvereinbarungen, die Erhöhungen von zum Teil über 200 Euro zur Folge hätten, informiert das Bezirksamt. Durch die Anwohner auf die Sache aufmerksam gemacht, nahmen sich die Bezirksverordnetenversammlung und das Bezirksamt der Sache an. Das Bezirksamt setzte sich zum Ziel, mit der Fondsgesellschaft eine Vereinbarung zur sozialverträglichen Sanierung abzuschließen. Bereits während der Verhandlungen wurden die Bewohner durch eine vom Bezirk eingesetzte unabhängige Mieterberatung über ihre Rechte informiert.

"Die Eigentümer haben sich in den Verhandlungen durchweg kompromissbereit verhalten", sagt Stadtrat Nünthel. Mitte Februar konnte er die Vereinbarung erfolgreich abschließen. Die Mieten dürfen für den Zeitraum von drei Jahren um nicht mehr als 20 Prozent steigen. Wer innerhalb des Bestands umziehen will, für den werden keine Neuvertragsmieten fällig. Stattdessen wird die bisherige Miete als Grundlage angesetzt, allerdings werden die Modernisierungskosten der neuen Wohnung berücksichtigt.

Während der Modernisierung haben die Mieter ein Recht darauf, ein Ausweichquartier zu bekommen. Zudem müssen sie nicht fürchten, dass in den kommenden zehn Jahren die Mietwohnungen in Eigentum umgewandelt werden.


Karolina Wrobel / KW
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