Die Anwohner rund um die Vincent-van-Gogh-Straße schätzen ihr Wohngebiet

Neu-Hohenschönhausen. Viele der Anwohner rund um die Vincent-van-Gogh-Straße leben seit Jahrzehnten hier. Sie beobachten die Veränderungen in ihrem Wohnumfeld kritisch.

So mancher Anwohner aus Hohenschönhausen begegnet selbst unter Berlinern manchem Vorurteil, denn als "Plattenbausiedlung" genießt der einstige Bezirk kein gutes Image. Dabei sehen die Anwohner ihr Wohnumfeld mit ganz anderen Augen. "Hier ist es doch sehr viel ruhiger als in Kreuzberg", weiß ein Straßenbahnfahrer zu erzählen, der seit 1987 an der Vincent-van-Gogh-Straße lebt. "Natürlich gibt es auch negative Seiten. Aber Suffbrüder und Hundekacke gibt es überall", sagt er schulterzuckend. Ein anderer Anwohner stört sich an eben diesen Hinterlassenschaften, besonders auf Spielplätzen. "Vor allem fehlt es aber an öffentlichen Toiletten rund um die Welse-Galerien in der Welse-Straße."

Beim Bürgerforum am 10. September lud die Lichtenberger Abgeordnete Evrim Sommer (Linkspartei) Anwohner zu einer Bestandsaufnahme rund um die Vincent-van-Gogh-Straße ein. Leben die Menschen gerne hier? Welche Veränderungen in den Kiezen sind zu bemerken? Rahmend zur Diskussion mit den Anwohnern erläuterten Experten Hintergründe zum Wohnen und zur Sicherheit im Ortsteil.

"Die Bewohner fühlen sich hier faktisch wohler, als ihnen das andere von Außen einreden wollen. Das zeigen die Mieterumfragen", erläuterte Michael Wagner, Leiter Bestandsmanagement der Howoge. Dafür spricht, dass auch der Durchschnitt der Mietdauer im Gebiet bei der Wohnungsbaugesellschaft nicht weniger als 15 Jahre beträgt. Veränderungen in der Anwohnerschaft werden von den Alteingesessenen deshalb schnell bemerkt.

Gerade seitdem in Berlin der Wohnraum knapper werde, fürchten einige um die grünen Höfe in Hohenschönhausen. Denn auch die Howoge will mit einer Neubauoffensive 3000 neue Wohnungen schaffen.

Das städtische Wohnungsunternehmen hält in Hohenschönhausen einen Großteil seiner Wohnungsbestände. "Wir wollen den Neubau vorantreiben, allerdings nicht in diesem Gebiet", beruhigte Wagner die besorgten Anwohner. "Es wird auch keine Lückenbebauung geben, obwohl hier großzügig gebaut wurde. Die Höfe sollen den Mietern erhalten bleiben."

Zur Zeit keine Neubauten

Potenzielle Fläche für Wohnungsneubau wären der Bereich an der Seehausener Straße sowie an der Vincent-van-Gogh-Straße/ Falkenberger Chaussee, doch auch diese habe die Howoge laut Wagner im Moment nicht im Fokus.

Wie sicher es im Gebiet zugehe, darüber klärte wiederum Detlef Grünberg, Erster Polizeihauptkommissar und Leiter im Polizeiabschnitt 61 auf. Derzeit stehe Neu-Hohenschönhausen mit den hier gezählten Delikten nicht an der Spitze im Bezirk. Rückläufige Zahlen gebe es bei den Kellereinbrüchen und einen geringfügigen Anstieg von Einbrüchen in Autos sowie mehr Diebstahl von Motorrädern. Der Polizeihauptkommissar bilanzierte vorsichtig: "Sie wohnen hier nicht unsicher."

Denn obwohl es auch in Hohenschönhausen Autoeinbrüche gebe, seien die Kriminellen aktuell besonders stark in Friedrichsfelde und da rund um die Alfred-Kowalke-Straße unterwegs. "Besonders begehrt bei den Einbrechern sind Auto-Navigationsgeräte." Aus diesem Anlass werden derzeit in Friedrichsfelde besonders viele Polizeieinsätze gefahren.

Die Anwohner an der Pablo-Picasso-Straße haben da einen Heimvorteil: die Nähe zur Polizeidirektion, die unter der Hausnummer 2 zu finden ist. Von hier aus haben die Polizisten das Geschehen in den Kiezen rundherum gut im Auge.


Karolina Wrobel / KW
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