Für 740 000 Euro wurde die Weiße Siedlung wohnlicher

Neukölln. Viele Akteure haben an einem Strang gezogen, das Ergebnis kann sich sehen lassen. Am 18. Juni wurde in der Weißen Siedlung am Dammweg die Neugestaltung von fünf Stadt- und Spielplätzen gefeiert. Drei weitere sollen bis Ende des Jahres fertig werden.

Viele Erwachsene und Kinder waren auf den zentralen Spielplatz an der Aronsstraße 55 zur öffentlichen Übergabe gekommen. "Ein großer Wunsch unserer rund 4000 Bewohner hat sich erfüllt", sagte Cindy Gill vom Quartiersmanagement. Die Spielplätze hätten längst nicht mehr den Standards entsprochen.

Auch über den Umbau des heruntergekommenen Verbindungswegs zwischen Sonnenallee und Aronsstraße würden sich alle freuen. Neues Pflaster, neue Laternen und neue Bänke machten den Weg heller und sicherer. Insgesamt seien 740 000 Euro in die Maßnahmen geflossen.

Das Geld kam aus unterschiedlichen Fördertöpfen. Ein Blick auf die Gästeliste zeigt, dass auch mehrere Akteure zusammengearbeitet haben: Stadtentwicklungssenator Michael Müller und Neuköllns Baustadtrat Thomas Blesing (beide SPD) waren vor Ort genauso wie die Quartiersmanager sowie Gernot von Grawert-Mey als Vertreter der Puma Brandenburg, der die Weiße Siedlung gehört. "Es gibt immer wieder politischen Diskussionen darüber, ob wir so viel Geld in die Quartiere stecken sollten. Ich glaube, dass es richtig ist", sagte der Senator.

Jetzt sei es wichtig, dass sich die Anwohner engagierten und sich um das Geschaffene kümmerten. Das sah Stadtrat Blesing ähnlich: "Nehmen Sie die Plätze quasi als Ihr Eigentum an", appellierte er an die Bewohner. Gernot von Grawert-Mey sagte: "Viele wundern sich darüber, dass wir als kapitalistisches Unternehmen solche Maßnahmen mitfinanzieren. Aber erstens haben auch wir ein Herz und zweitens macht es Sinn, zufriedene Bewohner zu haben."

Die Weiße Siedlung wurde Anfang der 70er-Jahre gebaut. Rund 66 Prozent der Bewohner haben einen Migrationshintergrund, etwa 58 Prozent beziehen Transferleistungen, also Geld vom Staat, Tendenz weiter steigend. Im Berliner Durchschnitt sind es 15 Prozent, in den Quartiersmanagementgebieten 38 Prozent.


Susanne Schilp / susch
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