Bagger rollen an auf der früheren Frauenklinik am Mariendorfer Weg

Auch der Zaun und die alte Toreinfahrt dieses denkmalgeschützten Gebäudes am Mariendorfer Weg sollen erhalten bleiben. (Foto: Sylvia Baumeister)

Neukölln. Seit zehn Jahren verwahrlost das Grundstück des alten Krankenhausgeländes am Mariendorfer Weg. Doch noch im Juni sollen Bauarbeiten beginnen.

Grausig ist der Anblick der Gebäude auf dem Gelände der ehemaligen Frauenklinik am Mariendorfer Weg: Die Fensterscheiben sind zertrümmert, die teilweise denkmalgeschützten Häuser beschmiert und von Schrottdieben geplündert. Unbekannte legten mehrere Brände. Und immer wieder wurden trotz Wachschutzes lautstark Partys gefeiert.

Das ändert sich bald. Die Comer Group hat das Grundstück an die Avila-Gruppe verkauft. Zu ihr gehört auch das Petruswerk, das Mietwohnungen auf dem Grundstück plant. Vorgestellt wurde das neue Bebauungskonzept am 18. Mai im Rahmen einer Veranstaltung zur frühen Öffentlichkeitsbeteiligung, die neuerdings vorgeschrieben ist.

Vorerst geht es nur um die Bebauung des Areals nördlich des Mariendorfer Weges in Richtung Silbersteinstraße und entlang der Eschersheimer Straße. Dort sollen 547 Wohnungen mit einer Wohnfläche von 50 000 Quadratmetern entstehen, die mit Tiefgaragen unterlegt sind. Die Auflagen des Denkmalschutzes will man einhalten. Mit einer Fertigstellung wird im Sommer 2017 gerechnet.

20-Geschosser geplant

Die 70er-Jahre-Bauten zur Silbersteinstraße hin sollen abgerissen und durch sechsgeschossige Gebäude mit Dachgeschoss ersetzt werden. In der Mitte des Areals sind viergeschossige Neubauten mit Dachgeschoss vorgesehen. Auf Kritik stieß das geplante 20-stöckige Hochhaus an der Eschersheimer Straße, das nach Meinung von Anwohnern zu viel Sonnenlicht wegnimmt. Architekt Manuel Alvarez versicherte, dies sei wegen des Mindestabstands von 30 Metern nicht zu befürchten. Die Neubauten sollen bis Mitte 2018 fertig sein. Der Mietpreis wird bei 9,80 Euro pro Quadratmeter liegen.

Die Bezirksverordnete Marlis Fuhrmann (Linke) befürchtete, die Wohnungen könnten in Eigentum umgewandelt und verkauft werden. Douglas Fernando, Vorstand des Petruswerks: "Wir möchten den Bestand gern halten, können das aber nicht versprechen."


Sylvia Baumeister / SB
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