Brutaler U-Bahn-Treter verhaftet: Neuköllner Fall sorgt bundesweit für Diskussionen

Neukölln. Der Täter ist gefasst: Der brutale Mann, der Ende Oktober eine junge Frau im U-Bahnhof Hermannstraße die Treppe hinuntergetreten hat, sitzt hinter Gittern.

Am Nachmittag des 16. Dezembers holten Zielfahnder den 27-jährigen Bulgaren aus einem Bus am Zentralen Omnibusbahnhof in Charlottenburg. Er war gerade aus Südfrankreich angekommen. Ein Mitreisender hatte den Mann erkannt.

Der Täter habe sich zu seiner Tat geäußert, heißt es vonseiten der Polizei. Auf ihn warte nun mindestens eine Anklage wegen Körperverletzung; die Staatsanwaltschaft prüfe derzeit noch, ob er eines Tötungsdelikts bezichtigt werden könne.

Wenige Tage zuvor hatte die Polizei bereits den Bruder des Täters, der bei der Attacke auf die Frau dabei gewesen war, in Berlin aufgespürt und vernommen. Er kam wieder auf freien Fuß.

Das BVG-Video des Verbrechens hatte bundesweit für Empörung gesorgt. Es zeigt, wie der 27-Jährige einer offensichtlich ahnungslosen Frau von hinten kräftig in den Rücken tritt. Das Opfer stürzt kopfüber mehrere Stufen hinab und knallt auf einen Treppenabsatz. Weder der Täter noch einer seiner drei Begleiter kümmern sich um die Frau. Passanten eilen ihr zu Hilfe und versorgen die 26-Jährige, die sich einen Arm gebrochen hat.

Der Fall hat auch eine Diskussion über gesetzliche Vorschriften ausgelöst. Denn die Polizei darf Überwachungsaufnahmen erst dann veröffentlichen, wenn die Ermittlungen erfolglos verlaufen.

Bei der brutalen Attacke an der Hermannstraße war die Behörde in Zugzwang geraten, weil eine Boulevard-Zeitung die Angelegenheit aufgegriffen hatte. Inzwischen fordert unter anderem die Polizeigewerkschaft in Nordrhein-Westfalen, dass die Bestimmungen geändert werden. sus
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