Clanmitglieder unter Verdacht: Goldmünzen-Diebstahl: Polizei verhaftet vier junge Männer

Neukölln. Eine heiße Spur führte nach Neukölln: Die Polizei hat vier junge Männer verhaftet, die unter Verdacht stehen, Ende März eine 100 Kilo schwere Goldmünze aus dem Bodemuseum gestohlen zu haben.

Am 12. Juli waren um 6 Uhr morgens rund 300 Polizisten im Einsatz, die gleichzeitig 14 Objekte durchsuchten – darunter Wohnungen am Mittelweg und an der Thomasstraße. Vier junge Männer im Alter von 18 bis 20 Jahren wurden festgenommen.

Drei von ihnen gehören zu einer arabischen Großfamilie, der andere ist der mutmaßliche Tippgeber, der zur Tatzeit im Bodemuseum arbeitete. Bei den Razzien wurden vier Schusswaffen, ein sechsstelliger Geldbetrag und fünf Autos sichergestellt.

Gegen weitere neun Männer, die ebenfalls zum Clan gehören oder Kontakte zu ihm haben, laufen Ermittlungen. Außerdem gebe es einen Anfangsverdacht wegen Hehlerei, teilte Oberstaatsanwältin Martina Lamb mit. Er richtet sich offenbar gegen einen Juwelier, der sein Geschäft an der Sonnenallee hat.

Carsten Pfohl vom Landeskriminalamt sagte, die Hoffnung, auch nur Teile der kanadischen Münze „Big Maple Leaf“ zu finden, sei „relativ gering“. Die Polizei vermutet, dass sie in sehr kleine Stücke zerlegt und verkauft oder außer Landes geschafft worden ist. Der reine Goldwert liegt bei rund 3,75 Millionen Euro.

Bei den vier Verhafteten ist das Jugendstrafrecht anzuwenden, sie sind nicht vorbestraft. Das ist bei den meisten der anderen neun Männer, gegen die ermittelt wird, anders. Sie sind älter und der Polizei wegen Bandendiebstahl und Gewaltdelikten bekannt.

Ob diese Vorgehensweise – die Jüngeren vorzuschicken – Methode habe, wollte ein Journalist bei der Polizeipressekonferenz am 12. Juli wissen. Dazu wollte sich die Oberstaatsanwältin jedoch nicht äußern. sus
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