Ein Gedenkort für Johann Liberda: Wiederbeisetzung auf dem Böhmischen Gottesacker

Neukölln. Auf den Tag genau 275 Jahre nach seinem Tod, am 9. August, fand die Wiederbeisetzung des Theologen Johann Liberda statt. Sein Grab ist auf dem Böhmischen Gottesacker, Karl-Marx-Platz 10, zu finden.

Johann Liberda (1700–1742) war Seelsorger und konnte am 31. August 1732 während einer Audienz bei König Friedrich Wilhelm I. die Aufnahme von böhmischen Glaubensflüchtlingen in Berlin bewirken. Ab 1737 siedelten sich die ersten Protestanten auch in Rixdorf an. Liberda wurde zum Prediger an der neu errichteten Bethlehemskirche (im heutigen Stadtteil Mitte) ernannt.

Laut Totenbuch der Gemeinde wurde er unter dem Altar der Kirche beigesetzt. Archäologen stellten dort bei Grabungen im April 1994 seine Überreste sicher und übergaben sie an Manfred Motel, den Vorsitzenden des „Förderkreises Böhmisches Dorf in Berlin-Neukölln“.

Der stellvertretende Neuköllner Bürgermeister Falko Liecke (CDU), würdigt die Leistungen des Geistlichen: „Der Hussitenkelch im Wappen unseres Bezirks steht für die böhmischen Glaubensflüchtlinge, die hier Aufnahme gefunden und unseren Bezirk geprägt haben. Es ist eine gute Geste zur Bewahrung des Berliner Erbes tschechischer Kultur, dass Liberda nun in Neukölln wiederbeigesetzt wurde.“

Um ihn zu ehren, hat der Botschafter der Tschechischen Republik in Deutschland, Tomas Jan Podivinsky, am 9. August eine Gedenktafel enthüllt. Zu finden ist sie an der Brandwand auf dem Friedhof (Richtung Karl-Marx-Straße).

Bereits seit dem Jahr 1905 gibt es eine andere Erinnerung an den Kirchenmann: die Liberdastraße. Sie bildet die Verlängerung der Reuterstraße und liegt zwischen Pflügerstraße und Maybachufer. sus
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