Ein schillernd sym­pa­thisches Café

Nir Ivenitzki (rechts) und sein Freund Doron Eisenberg an der Theke im Gordon, ein Café, mit einem recht ungewöhnlichem Konzept. (Foto: Sylvia Baumeister)
 
Im hinteren Raum des Gordon finden die Platten des Labels „Legotek Records“ Platz sowie viele Veranstaltungen. (Foto: Sylvia Baumeister)
Berlin: Gordon |

Neukölln. Nir Ivenitzki und sein Freund Doron Eisenberg haben mit dem Gordon eine bisher einmalige Mischung in den Schillerkiez gebracht. Das Café beherbergt zugleich Techno-Plattenlabel und -Plattenladen und dient als Veranstaltungsort. Die Berliner Woche besuchte das Gordon für die Serie „Unser Kiez - Rund um die Schillerpromenade“.

Auf den ersten Blick wirkt das Gordon in der Allerstraße 11 wie ein ganz normales Café. Neben Heißgetränken findet man hier auf der Tafel aber Speisen, wie es sie nicht an jeder Ecke gibt. Shakshuka, Sabik, Rugelach und Bourekas sind israelische Spezialitäten nach Rezepten, die die beiden Ladeninhaber, Nir Ivenitzki und sein Freund Doron Eisenberg, aus ihrer Heimat Tel Aviv mitgebracht haben. Seit knapp zwei Jahren führen sie das Gordon, in dem zugleich ihr eigenes Plattenlabel Legotek Records und eine Booking Agentur beheimatet sind und Techno-Platten gehört und gekauft werden können.

„Wir machen hier alles, was mit Musik und Kunst zusammenhängt“, erklärt Nir Ivenizki. Dazu gehören unter anderem Sessions mit deutschen und israelischen Techno DJs von ihrem Plattenlabel, aber auch Partys und Ausstellungen. Freitags von 17 bis 22 Uhr, so erzählt der 33-jährige Ladenbesitzer, veranstalteten sie beispielsweise Sessions mit professionellen DJs, zu der jeder in der Nachbarschaft eingeladen ist. „Wir möchten auch denen die Möglichkeit bieten, gute Techno-Musik zu erleben, die nicht nachts in die Clubs gehen können“, sagt er.

Die ungewöhnliche Geschäftsidee entwickelte sich aus dem Wunsch der beiden professionell ausgebildeten DJs und Musikproduzenten, nach Berlin zu kommen. „Berlin ist schließlich die Welthauptstadt des Techno“, stellt Nir Ivenizki fest. Nach knapp drei Jahren Suche fanden die beiden Israelis die Ladenräume im Schillerkiez. „Wir fühlten, dass diese Gegend sich entwickelt, etwas ganz Spezielles hat. Der Schillerkiez ist kosmopolitisch. Und er verkörpert die Offenheit, die wir auch selbst in uns spüren, sagt der 33-Jährige.

Das gesamte Mobiliar für die Räume im Gordon bauten die beiden Jungunternehmer selbst aus Holz. So lassen sich die Möbel immer wieder leicht variieren und schaffen ein einmaliges Ambiente. „Bei der Gewerbeanmeldung haben sie dann allerdings gestutzt, was wir hier so alles machen wollen. Das war eine lange Liste“, erzählt Nir Ivenizki. Mittlerweile hat sich das Gordon als Basispunkt für zahlreiche Projekte etabliert.

Nun soll ein weiteres Projekt dazu kommen. Kinder und Jugendliche von zehn bis 18 Jahren können sich im Gordon als DJs ausprobieren und lernen, wie Musik produziert wird. „Indem wir Kinder fördern, wollen wir der Gemeinschaft etwas zurückgeben“, sagt Nir Ivenizki. „Und wir wollen der nachfolgenden Generation zeigen, dass Techno nicht nur in Zusammenhang mit Drogen genossen werden kann.“

Wer Interesse hat, kann sich melden im Gordon oder unter nir@gordon-berlin.com. SB

Sie wollen weitere Geschichten aus der Serie rund um die Schillerpromenade lesen? Dann klicken Sie auf Unser Kiez - Rund um die Schillerpromenade. Persönliche Kiezgeschichten aus der ganzen Hauptstadt gibt es wiederum auf Unser Kiez - Berlin.
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