Geflüchtete Mädchen treffen auf Neuköllnerinnen

Fatima (links) und Anastasia zeigen stolz den Code, mit dem man die Actionbound-App „BediBe – Bedienungsanleitung für Berlin“ herunterladen kann, an der sie mitgearbeitet haben. (Foto: Sylvia Baumeister)
Berlin: Mädchentreff Szenenwechsel |

Neukölln. Wie bekommen junge Mädchen, die in Flüchtlingsunterkünften leben, Kontakt zu Gleichaltrigen und lernen dabei auch noch Interessantes im Bezirk kennen? Ein Medien-Kultur-Projekt in den Osterferien machte es möglich. Gleichzeitig erstellten die Mädchen eine digitale Schnitzeljagd, die jetzt als App heruntergeladen werden kann.

Fatima ist zwölf Jahre alt, kommt aus dem Irak und lebt mit ihrer Familie in der Flüchtlingsnotunterkunft Jahnsporthalle. Auch die achtjährige Anastasia aus Moldawien lebt dort seit dem Sommer auf engstem Raum. Viel Abwechslung haben die Mädchen in der Halle nicht, von Berlin hatten sie bisher wenig gesehen.

Seit diesen Osterferien ist das anders. Da nahmen sie an einem Medien-Kultur-Projekt teil, das sie und andere Flüchtlingsmädchen mit Gleichaltrigen im Mädchentreff Szenenwechsel zusammenbrachte. Gefördert wurde das Projekt des Kinder Kultur Betrieb mit dem Mädchenzentrum Szenenwechsel und der Notunterkunft Jahnsporthalle von der Medienanstalt Berlin-Brandenburg.„Es hat Spaß gemacht. Wir haben viel über den Mädchentreff und die Umgebung gelernt und kommen gerne weiter hierher“, sagen Fatima und Anastasia.

Ein bisschen stolz sind sie auch über das Ergebnis ihrer Arbeit im Projekt „Bedibe – Bedienungsanleitung für Berlin“. Im Szenenwechsel erarbeiteten die Mädchen zwischen zehn und 16 Jahren gemeinsam mit den regelmäßigen Besucherinnen der Einrichtung „Bedienungsanleitungen für Berlin“ in Form von Actionbounds (digitale Schnitzeljagden). Nach gegenseitigen Besuchen der Mädchen ging es los. Ausgerüstet mit Digitalkameras, Smartphones, Tablets, Stiften und Papier erforschten die Mädchen gemeinsam ihr Stadtumfeld.

Sie machten Fotos und sammelten Fragen. Vom Szenenwechsel in der Donaustraße 88a ging es unter anderen zum Stadtbad, zum YoungArts und zum Rathaus. „Die Mädchen sollten gemeinsam etwas suchen, was auch für andere Jugendliche relevant sein könnte und knüpften dabei natürlich auch Kontakte“, erklärt Brigitte Steiner, Projektmanagerin des Kinder Kultur Betrieb. Unterstützung wurde das Projekt vom Softwareunternehmen Actionbound. Medienpädagoge Daniel Umbach zeigte den Mädchen, wie man aus den Bildern und Quizfragen eine Actionbound erstellt. Daniel Umbach: „Jetzt kann jeder, der sich die App herunterlädt, die Schnitzeljagd auf Actionbound spielen.“ SB

Weitere Infos gibt es auf www.kinderkulturbetrieb.de.
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