Nach zehn bewegten Jahren schließt die Galerie R31

Denise Sheila Puri und Klaus Bartoluzzi schließen ihre Galerie R31. (Foto: Sylvia Baumeister)

Neukölln. Als temporäres Projekt eröffneten Denise Sheila Puri und Klaus Bartoluzzi 2004 eine Galerie in der Reuterstraße 31. Seither bietet die nicht gewinnorientierte Produzentengalerie Ausstellungsmöglichkeiten für zeitgenössische Bildende Kunst. Bis Weihnachten laufen die letzten Ausstellungen.

Denise Sheila Puri und Klaus Bartoluzzi werden eine Lücke hinterlassen, wenn sie die Galerie R31 kurz vor Jahresende schließen. Über 100 Ausstellungen haben sie hier in den vergangenen zehn Jahren präsentiert. Darunter war alles, was die zeitgenössische Bildende Kunst hervorbringt: Neben Malerei, Fotografie und Skulpturen zeigten sie Rauminstallationen und Performances.

Viele Künstler und Gruppen nahmen die Möglichkeit wahr, die Galerie als künstlerisches Übungs- und Experimentierfeld zu nutzen. Auch Schulen stellten ihre Projektarbeiten aus. Neben der Förderung vorwiegend internationaler Künstler aus Neukölln sorgte das Kunsthaus zudem für eine Vernetzung bildender Künstler. Zu jedem Kunstfestival öffnete die Galerie zudem ihre Türen, wie 48-Stunden-Neukölln, Frühlingserwachen, Adventsparcours. Doch damit ist jetzt Schluss: "Wir haben beide das Gefühl, dass jetzt eine Ära zu Ende geht", sagt Denise Sheila Puri.

Für die Freiberufler ist es inzwischen zu zeitaufwendig geworden, den nicht kommerziellen Betrieb der Galerie aufrecht zu erhalten. Die 48-jährige Kostüm- und Bühnenbildnerin und der 55-jährige Landschaftsarchitekt Klaus Bartoluzzi konzipieren und organisieren alle monatlich wechselnden Ausstellungen selbst und müssen zudem während der Öffnungszeiten drei Mal wöchentlich in der Galerie anwesend sein.

"In der letzten Zeit haben wir beide beruflich so viele Aufträge, dass wir schon Termine verschieben mussten", sagt Denise Sheila Puri. Bis vor zwei Jahren hatten sich auch einige der hier öfter ausstellenden Künstler an der Aufsicht beteiligt sowie anteilig Miete mit Erlösen aus dem kleinen Verkaufsshop gezahlt. Damit konnte sich die Galerie teilweise finanzieren.

Ein Förderer des Projekts ist nach wie vor die Hausverwaltung, die den Künstlern beide Räume zu den Betriebskosten überlässt. Ohne diese Unterstützung und öffentliche Fördermittel in den ersten Jahren hätte es die Galerie nie gegeben: "Wir hatten den Traum, leer stehende Räume als Galerie umzufunktionieren und 2004 ergab sich die Möglichkeit, die Räume in der Reuterstraße 31 als temporäres Projekt zu nutzen", erinnert sich Klaus Bartoluzzi. Einen der beiden Räume werden sie vorläufig behalten. Nach und nach wollen sie ihn umgestalten, um ihn möglicherweise irgendwann doch noch für Ausstellungen zu nutzen. Denise Sheila Puri: "Fest steht bisher nur, dass man uns noch virtuell verfolgen kann."

Weitere Informationen unter www.r31.suchtkunst.de.

Sylvia Baumeister / SB
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