Online-Zeitung „neukoellner.net“ für Grimme Online Award nominiert

Dominik Sindern (von links), Regina Lechner und Sabrina Markutzyk bei der Arbeit in der Redaktion an der Schillerpromenade 31. (Foto: Sylvia Baumeister)

Neukölln. Aus einem Uni-Projekt entstand 2010 die Idee für die lokale Online-Zeitung „neukoellner.net“. Freie Journalisten, Studenten und Gastautoren berichten darin über kulturelle, politische und gesellschaftliche Themen – bisher rein ehrenamtlich. Am 18. Juni könnten sie dafür mit dem Grimme Online Award belohnt werden.

Das neunköpfige Kernteam von neukoellner.net konnte es zunächst kaum fassen, als die Nominierung für den Grimme Online Award 2105 vom Grimme-Institut in Köln bekannt gegeben wurde. „Wir haben uns unsagbar gefreut“, sagt Chefredakteurin Regina Lechner. Mit dem Preis werden seit 2001 qualitativ hochwertige Online-Angebote in vier Kategorien ausgezeichnet. Aus fast 1.400 Vorschlägen wurde neukoellner.net mit acht Mitbewerbern in der Kategorie Information für den Preis nominiert. Das beeindruckte auch Franziska Giffey (SPD), die zu den ersten Gratulanten gehörte. Entstanden ist die lokale Online-Zeitung aus einem Projekt an der Universität der Künste (UdK) im Jahr 2010. Regina Lechner und einige Kommilitonen stellten damals erste Beiträge ins Netz.

„Wir hatten Lust zu schreiben und wollten eine Plattform für unsere Texte haben“, erinnert sie sich. Ein weiterer Anreiz für die Studenten, die allesamt in Neukölln als Zugezogene lebten, bestand darin, die Darstellung des Bezirks nach Außen zurecht zu rücken: „Das Bild in den Medien passte nicht mit unserem Lebensgefühl zusammen. Wir wollten die andere Seite Neuköllns zeigen“, erzählt die stellvertretende Chefredakteurin Sabrina Markutzyk. Anfangs trafen sich die jungen Leute unregelmäßig in Cafés, Bars oder Projekträumen. Erst vor einem Jahr fand der damalige Chefredakteur und heutige Geschäftsführer Max Büch einen Platz für die Redaktionsarbeit an der Schillerpromenade.

Während der Fokus der Beiträge anfangs auf Kulturthemen lag, beschäftigen sich die Autoren - mittlerweile fast alle freie Mitarbeiter in verschiedenen Mediensparten und Gastautoren - jetzt mehr mit gesellschaftlichen und politischen Themen. Die Mischung aus kritischen Berichten, Stadtspaziergängen und Restauranttests in verschiedenen Formaten und Reihen kommt gut an. „Über die Sozialen Medien bekommen wir viel Feedback“, sagt Redakteur Dominik Sindern. Einziger Wermutstropfen ist noch die Frage der Finanzierung. Bisher hält sich neukoellner.net gerade so mit Leser-Spenden über Wasser, alle arbeiten ehrenamtlich. Regina Lechner: „Langfristig möchten wir natürlich auch gern etwas verdienen. Deshalb suchen wir derzeit jemanden, der für uns Werbepartner akquiriert.“ Weitere Infos unter www.neukoellner.net.

SB
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