Süßes von der Großwäscherei: Firma bietet Platz für Bienen und freut sich über Rekord-Honigernte

Fliegel-Geschäftsführer Franz Josef Wiesemann und Imkerin Irene Pardo. (Foto: pv)

Neukölln. Den meisten Nektar haben die Bienen von Irene Pardo im Norden Neuköllns gesammelt. Rund 400 Kilogramm Honig produzierten die fleißigen Tierchen auf dem Gelände der Firma „Fliegel Textilservice“ an der Weserstraße 118.

Ende Juli wird traditionell der letzte Honig geschleudert. So war es für die Bioland-Imkerin Irene Pardo Zeit, Bilanz zu ziehen. Die Wahl-Neuköllnerin – ursprünglich stammt sie aus Spanien – hält insgesamt 25 Völker an unterschiedlichen Stellen in Berlin.

Der ertragreichste Standort dieser Saison ist das Gelände der Großwäscherei, die vor allem Hotels zu ihren Kunden zählt. Hier haben zwölf Völker mehr als 800 Pfund Blütenhonig in die Waben eingelagert.

Als Dankeschön bekam jeder Mitarbeiter der Firma ein Glas der süßen Köstlichkeit. Geschäftsführer Franz-Josef Wiesemann freut’s. Er berichtet, dass es in den zwei Jahren der Kooperation mit der Imkerin noch keine Schwierigkeiten zwischen Mensch und Tier gegeben habe.

Die Bienen, die in unmittelbarer Nähe zum Fuhrpark stehen, würden sich bislang gut mit den Fahrern verstehen. Das hat seinen Grund: Die tierischen Sammlerinnen gehören zur „Buckfast-Rasse“, die als besonders sanftmütig gilt.

Ein deutscher Benediktinermönch namens Bruder Adam züchtete sie Anfang des 20. Jahrhunderts in einem Kloster der englischen Grafschaft Buckfast.

„Wir sind uns bewusst, welch große Bedeutung die Honigbiene für unser Ökosystem hat und freuen uns daher, einen kleinen Beitrag zu leisten“, sagt Franz Josef Wiesemann.

Seinen Chef Rolf Slickers weiß er hinter sich. Der ist Geschäftsführer von „Servitex“, einem Verbund von 16 Wäschereien, zu dem auch der Neuköllner Betrieb gehört.

Rolf Slickers setzt in seinen Betrieben nicht nur auf konsequenten Umweltschutz, sondern ist selbst Hobby-Imker. „Jeder Unternehmer kann über den Tellerrand hinausblicken und etwas tun. Außerdem macht das Ganze auch noch richtig Spaß“, sagt er.

Irene Pardo, einstige Kunststudentin, die hauptberuflich in einer Behinderteneinrichtung der Lebenshilfe arbeitet, freut sich, dass sie das Grundstück an der südlichen Weserstraße im nächsten Jahr erneut nutzen kann.

Rechtzeitig zur Lindenblüte werden die Bienenvölker wieder an ihrem angestammten Platz stehen. sus
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