Anti-Konflikt-Projekt läuft seit zwei Jahren erfolgreich

Innensenator Frank Henkel (rechts) im Gespräch mit einem Konfliktlotsen des Projekts "Bleib cool am Pool" im Sommerbad Neukölln. (Foto: Sylvia Baumeister)

Neukölln. Innensenator Frank Henkel (CDU) besuchte am 6. Juni das Sommerbad Neukölln, um sich über das Anti-Konflikt-Projekt "Bleib cool am Pool" zu informieren.

Eine Jugendclique liegt auf der Wiese im Sommerbad am Columbiadamm und raucht eine Wasserpfeife. Dann tauchen ein Mann und zwei Frauen, bekleidet mit blauen T-Shirts mit einem Emblem und dem Schriftzug "Bleib cool am Pool" vor ihnen auf. Nach einer unaufgeregten Diskussion zeigen die Raucher Einsicht und packen ihre Wasserpfeife wieder ein. Kurz danach kommt es am geschlossenen Sprungturm zu einem weiteren Zwischenfall. Zwei junge Männer haben dort eine Absperrungsbarriere entfernt, weil sie vom Turm ins Becken springen wollen. Auch hier gelingt es zwei sogenannten Konfliktlotsen in blauen T-Shirts, die Situation zu entschärfen.

Szenen wie diese spielen sich im Sommerbad fast jeden Tag ab. In diesem Fall allerdings waren sie gestellt: Innensenator Frank Henkel (CDU), der im Rahmen seines Wertedialogs Projekte besucht, die sich stark machen gegen Gewalt, wollte sich ein Bild von dem Anti-Konflikt-Projekt "Bleib cool am Pool" machen. Jugendliche aus der Nachbarschaft bilden dabei als Konfliktlotsen Teams mit Kiezvätern, um an gut besuchten Tagen im Sommerbad Konfliktpotenziale zu entschärfen.

Die Teams werden in diesem Gemeinschaftsprojekt der Polizei, der Gesellschaft für Sport- und Jugendsozialarbeit und der Berliner-Bäder-Betriebe vor ihren Einsätzen drei Monate lang im Kommunikations- und Situationstraining, in Rollenspielen und Erster Hilfe geschult.

Schon seit 2011 läuft das Projekt. "Die Konfliktlotsen werden gut angenommen von den Badegästen. Seitdem sie hier im Einsatz sind, gab es keine Eskalationen mehr, die zuvor mehrmals zu einer Schließung des Freibads geführt hatten", berichtete Michael Lisowski, der in der Polizeidirektion 5 verantwortlich für die Präventionsarbeit ist.

Die Polizei nutzt ihre Netzwerke, um Jugendliche für das Ehrenamt zu gewinnen. Henkel lobte nicht nur den Erfolg des Projekts, sondern auch das Engagement der Beteiligten: "Dieses Projekt passt gut in meinen Wertedialog, den ich mit Jugendlichen auf Augenhöhe suche", sagte der Innensenator. "Ich finde es ermutigend, dass junge Leute bereit sind, ihre Freizeit zu opfern und sich für andere einzusetzen."

Auch Liecke bekräftigte seine Unterstützung für das Projekt: "Wir legen großen Wert darauf, dass es hier friedlich zugeht."


Sylvia Baumeister / SB
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