Bezirk ruft zur Teilnahme am Jugend-Demokratiefonds auf

Stadtrat Falko Liecke und die drei Peer Helper Maliha Ahmad, Arob Ahmad und Can Canpolat hoffen auf rege Teilnahme am Programm. (Foto: Sylvia Baumeister)

Neukölln. Wie funktioniert eigentlich Demokratie im Alltag? Das können Kinder und Jugendliche jetzt hautnah erleben. Im Rahmen des Berliner Programms "Stark gemacht - Jugend übernimmt Verantwortung" können sie selbstständig kreative Projekte verwirklichen und dafür finanzielle Mittel beantragen.

Der neunjährige Nasser und seine beiden elfjährigen Freunde Ivo und Benny sind ziemlich stolz. In der Auftaktveranstaltung für den Jugend-Demokratiefonds 2014 am 8. März in der Stadtvilla Global am Otto-Wels-Ring durften sie auf der Bühne vor einem jugendlichen Publikum ihren selbst produzierten Rap vorführen. Der war eines von insgesamt 13 Neuköllner Projekten, die 2013 im Rahmen des Programms "Stark gemacht - Jugend übernimmt Verantwortung" gefördert wurden. Auch dieses Jahr steht mit dem Jugend-Demokratiefonds 2014 aus dem Landeshaushalt wieder eine Summe zur Förderung von Jugendprojekten zur Verfügung: Es sind genau 7920 Euro. Alle Neuköllner Jugendlichen im Alter zwischen zwölf und 21 Jahren können mitmachen. Dazu sollten sie sich zunächst mindestens zwei Mitstreiter suchen. Das geplante Projekt sollte zum Ziel haben, das eigene Lebensumfeld zu verbessern. Das kann zum Beispiel die Schule oder der Jugendclub sein.

Im nächsten Schritt muss ein Antrag auf Projektgelder ausgefüllt werden. Den gibt es in allen Jugendeinrichtungen. Darin sollte eine Fördersumme zwischen 50 und 500 Euro genannt und der geplante Ablauf des Projekts erläutert werden.

Eine Kinder- und Jugendjury entscheidet dann über die Vergabe der Mittel. Wichtig ist, dass sich die Mitglieder der Projektgruppen immer wieder austauschen und so gemeinsam die Verantwortung für ihr Projekt tragen.

Beim Auftakt in der Stadtvilla Global wurde auch die weitgehend selbstständige Tätigkeit als "Peer Helper" vorgestellt. Sie beinhaltet, dass Jugendliche ehrenamtlich in Nachbarschaftstreffs oder Jugendeinrichtungen mitarbeiten - unter Anleitung von Pädagogen und nach einer modularen Ausbildung. Die Idee geht davon aus, dass unter Gleichaltrigen Werte sehr wirkungsvoll vermittelt werden. In der Ausbildung lernen die Mädchen und Jungen, wie sie Gruppen anleiten, ein Tonstudio aufbauen, junge Fußballer trainieren oder Kinder betreuen. Die erworbenen Kenntnisse können später oft sogar beruflich genutzt werden. Derzeit arbeiten im Bezirk 32 Peer Helper.

Jugendstadtrat Falko Liecke (CDU) hofft auf weitere: "Wir haben großen Bedarf in den Freizeiteinrichtungen. Es macht vielen Jugendlichen Spaß, Verantwortung zu übernehmen und Freizeit zu gestalten." Wer Peer Helper werden möchte, wendet sich an eine Jugendfreizeiteinrichtung im Bezirk.


Sylvia Baumeister / SB
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