Breites Bündnis protestiert gegen Versammlung der NPD

Mehr als 100 Demonstranten setzten sich am U-Bahnhof Lipschitzalle für einen bunten und toleranten Bezirk Neukölln ein. (Foto: KT)

Gropiusstadt. Mit Pfiffen, Transparenten und Sprechchören machten über 100 Antifaschisten am 16. Februar deutlich, dass Neukölln keinen Platz für Neonazis hat.

Im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt hatten sich nach unterschiedlichen Angaben 40 bis 50 Anhänger der NPD versammelt. Dagegen hatte das Bündnis Neukölln gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Rudow und Anwohnern der Krugpfuhl- und Hufeisensiedlung zu einer Protestdemonstration aufgerufen. Das Bündnis verwies darauf, dass solche Veranstaltungen der NPD in Neukölln oder anderswo nicht immer zu verhindern sind. Aber die Neuköllner machten deutlich, dass sie die antidemokratischen, rassistischen und fremdenfeindlichen Parolen der Neonazis im Bezirk nicht wollen. Parteien und Gewerkschaften hatten sich dem Bündnis angeschlossen. Die Falken verwiesen darauf, dass sie mehrfach zum Ziel rechtsradikaler Anschläge geworden sind. Dazu gehören die Brandanschläge auf das Anton-Schmaus-Haus der Falken. Einwohner der Hufeisensiedlung verurteilten die Übergriffe auf Familien, die es abgelehnt hatten, Propagandamaterial der NPD anzunehmen. Das Bündnis Neukölln verweist darauf, dass seit 1990 rechtsradikale Straftaten erheblich zugenommen haben. Auch in Rudow hätten die Einwohner mit der rechtsradikalen Szene zu tun. Einschüchterungsversuche, zerstörte Fensterscheiben, Hakenkreuze seien die erschreckende Bilanz der Naziaktivitäten in Neukölln. Dabei ziehe sich der Aktionsraum vom Hermannplatz über die Parchimer Allee bis nach Britz und Rudow.Die Einwohner wollen sich durch die Übergriffe nicht einschüchtern lassen. An der Aktion beteiligten sich die Parteien vom Bündnis 90/Grüne, die Linke, die SPD hatte ihren Kreisparteitag unterbrochen, um geschlossen gegen die Nazis zu demonstrieren. "Wir wollen keine Gewalt in Neukölln", sagte Elisabeth Kruse vom Evangelischen Kirchenkreis Neukölln. Es sei empörend, dass in einem öffentlichen Gebäude Menschen zusammenkommen dürfen, "die nicht davor zurückschrecken, ihrer Menschenverachtung mit Gewalt Nachdruck zu verleihen." Pfarrerin Elisabeth Kruse forderte die Neuköllner auf, gemeinsam gegen Rassenhetze aufzutreten.


Klaus Tessmann / KT
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