Christina Schwarzer kandidiert als Direktkandidatin für den Bundestag

Viel unterwegs in Neukölln: Christina Schwarzer beim Gespräch in einem Café am Herrfurthplatz. (Foto: Sylvia Baumeister)

Neukölln. Christina Schwarzer (CDU) vertritt seit 1999 die Interessen der Neuköllner als Bezirksverordnete in der BVV. 2009 übernahm sie dort den Fraktionsvorsitz ihrer Partei. Bei dieser Bundestagswahl tritt sie erstmals als Direktkandidatin für die CDU im Bundestag an.

Wenige Wochen vor der 18. Wahl zum Deutschen Bundestag am 22. September stellt die Berliner Woche die Neuköllner Direktkandidaten vor. Das Interview mit Christina Schwarzer von der CDU führte Sylvia Baumeister.

Frau Schwarzer, was ist Ihr Hauptthema für den Bundestag?

Christina Schwarzer: Für mich sind die Themen Jugend und Bildung sehr wichtig. Zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit brauchen wir mehr Initiativen. Auch müssen die Bildungsstandards länderübergreifend ausgehandelt werden. Viele Schüler gehen ins Ausland oder studieren nach dem Abitur in anderen Bundesländern. Bei den so unterschiedlichen Niveaus ist es aber sehr schwierig, ihre schulischen Leistungen und ihren Wissensstand vergleichen zu können. Es käme auch ihnen selbst sehr zugute, wenn die Vergleichbarkeit ihrer Leistungen mit einem Zentralabitur gewährleistet wäre.

Wo sehen Sie die größten Probleme Neuköllns?

Christina Schwarzer: Da gibt es zwei große Themen für mich, das erste ist die Altersarmut. Wir hören viele Beschwerden über die geringen Rentenerhöhungen. Bei diesem Thema dürfen wir aber auch die Gerechtigkeit zwischen den Generationen nicht aus den Augen verlieren. Den jüngeren Menschen, die heute für die Rente der älteren arbeiten, dürfen wir nicht zu tief in die Tasche greifen. Zwar wollen wir die Mütterrente einführen, bei der Mütter von Kindern, die vor 1992 geboren sind, einen Rentenpunkt mehr bekommen, was 28 Euro pro Kind und Monat und insgesamt sechs Milliarden Euro entspricht. Sie soll aber nicht über höhere Sozialversicherungsbeiträge, sondern über Steuermehreinnahmen finanziert werden. Zweites wichtiges Thema der CDU, das auch in Neukölln die Menschen sehr betrifft, sind die Mieten. Weil die Nachfrage derzeit größer ist als das Angebot, brauchen wir mehr Neubau von Wohnraum. Zweitens müssen wir mit politischen Mitteln verhindern, dass Menschen aufgrund zu hoher Mieten aus ihrer Umgebung verdrängt werden. Deshalb wollen wir eine Regulierung der Mietpreissteigerung von derzeit maximal 20 auf 15 Prozent innerhalb von drei Jahren. Bei Neuvermietungen fordern wir ebenfalls eine Mietpreisbremse, es sollten höchstens zehn Prozent über dem Mietspiegel zulässig sein. Momentan gibt es da überhaupt keine gesetzliche Begrenzung.

Sie sind in Nord-Neukölln aufgewachsen. Wie beurteilen Sie denn die Veränderungen hier in den Kiezen?

Christina Schwarzer: Die sehe ich eigentlich durchaus positiv. Zum einen kommen wieder andere Menschen in den Bezirk, weil er wieder an Attraktivität gewonnen hat in den letzten Jahren. Das sieht man auch daran, dass inzwischen viel mehr junge Familien mit Kleinkindern hier leben. Auch das Straßenbild hat sich an vielen Ecken positiv verändert. Ich fühle mich dadurch gerade in Nord-Neukölln wieder viel wohler als noch vor fünf Jahren. So ist beispielsweise die Karl-Marx-Straße gerade dabei, wieder interessanter und ansprechender zu werden. Auch eine Wiederbelebung der Alten Post mit einer Mischung aus Kultur und Gastronomie könnte das Image der Straße noch weiter aufwerten.

Gibt es noch weitere Themen, mit denen Sie sich im Bundestag gern beschäftigen würden?

Christina Schwarzer: Die Lebensmittelsicherheit ist ebenfalls ein Thema, mit dem ich mich auseinandersetzen will. Wir müssen als Verbraucher wissen, was in unserer Nahrung enthalten ist. Wenn Schweinefleisch draufsteht, darf nicht Pferdefleisch drin sein. Auch müssen die Menschen besser darüber informiert werden, ob das, was sie essen, gesund ist. Deshalb sollten alle Lebensmittel entsprechend gekennzeichnet werden.

Sie haben hier über 30 Jahre gelebt, wohnen jetzt in Steglitz. Welcher Ort gefällt Ihnen in Neukölln am besten?

Christina Schwarzer: Ich bin gern auf dem Gutshof Britz. Er bietet eine schöne Mischung aus Kultur und Kulinarischem und ist eine Perle des Bezirks.

Ihre Wünsche für die Zukunft?

Christina Schwarzer: An allererster Stelle steht die Gesundheit für mich und meine Familie. Und natürlich hoffe ich, dass ich mein Bundestagsmandat gewinne und diese Herausforderung zum Wohle der Neuköllner erfolgreich bewältige.

Zur Person

Die Direktkandidatin der CDU für den Bundestag wird in diesen Tagen 37 Jahre alt. Christina Schwarzer wuchs in Nord-Neukölln auf, lebte aber auch einige Jahre in der Gropiusstadt und in Rudow. Die gelernte Rechtsanwalts- und Notariatsfachangestellte arbeitet seit 2006 für eine internationale Gewerbeimmobilienfirma, für die sie gewerbliche Immobilien verwaltet. 1996 trat sie in die CDU und die Junge Union Neukölln ein. Im Herbst 1999 wurde Schwarzer hier Bezirksverordnete, arbeitete in den Ausschüssen Jugend, Soziales und Bildung mit. 2009 übernahm Schwarzer den Fraktionsvorsitz der CDU in der BVV. Seit 2013 ist sie Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses und Kreisvorsitzende der Frauen Union.

Sylvia Baumeister / SB
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