DLRG-Wasserrettungszug zum Einsatz an Saale und Elbe

Zugführer Achim Terborg (links) mit Neuköllner Wasserrettungskräften der DLRG beim Einsatz an der Elbe. (Foto: Privat)

Neukölln. Fast 1400 Helfer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) aus dem Bundesgebiet wurden in die Hochwassergebiete geschickt. Darunter auch zehn Rettungsschwimmer aus Neukölln unter der Leitung des Zugführers Achim Terborg.

Ein bisschen erschöpft wirkt Achim Terborg immer noch, wenn er vom Hochwasserrettungseinsatz der DLRG in Sachsen-Anhalt erzählt. Nächte mit endlos scheinenden Einsätzen bis zur Erschöpfung und wenig Schlaf liegen hinter ihm. Mitten in der Nacht am 5. Juni war es losgegangen. "Innerhalb von drei Stunden mussten wir ausrücken", erzählt der frühere Leiter des BVV-Büros, der sein Ehrenamt bei der DLRG am Standort Wannsee schon seit 44 Jahren ausübt. Trotz aller Strapazen kann er diesem Einsatz auch viel Positives abgewinnen. "Die Kameradschaft unter den Helfern war toll und wir haben auch dieses Mal wieder viel dazugelernt", sagt der Zugführer, der Einsätze der DLRG in Bernburg an der Saale und in Schönebeck an der Elbe leitete. Nach ihrem Eintreffen in Bernburg mussten die Rettungstaucher seines Zugs umgehend mitten in der Nacht ein Leck im Deich abdichten. Der Rest des Zugs setzte seine Fahrt nach Schönebeck fort, wo die DLRG-Helfer zahlreiche Aufgaben zu bewältigen hatten. Tauchertrupps halfen, die Deiche unter Wasser mit Planen zu befestigen und bei der Abdichtung eines Schöpfwerks, dessen Überlaufbecken in einen Stichkanal der Elbe überzulaufen drohte. Bootstrupps und speziell ausgebildete Strömungstrupps holten Menschen und Haustiere aus den Häusern. In einem Fall unterstützten sie die Polizei bei der Evakuierung eines ganzen Dorfs. Das war manchmal schwierig: "Einige Bewohner wollten ihre Häuser nicht verlassen", erzählt Achim Terborg.

Luftretter überwachten unter anderem die Sicherheit der Menschen, die die Deiche mit Sandsäcken absicherten. Für die Verpflegung der Helfer war ein Versorgungstrupp zuständig. Sie alle leisteten diesen Dienst ehrenamtlich und verbrachten die kurzen Nächte in Feldbetten in einer Schulturnhalle. "Wir haben viel Leid gesehen. Dieser Hochwassereinsatz war noch weitaus schlimmer, als in den Jahren 1997 und 2002", sagt Achim Terborg rückblickend. Was ihn sehr rührt, ist die tiefe Dankbarkeit, die er und seine Männer im Einsatz erfahren haben: "Niemals werde ich die alte Dame vergessen, die uns jeden Tag einen selbstgebackenen Kuchen vorbeibrachte und die Fenster, in denen viele Anwohner ihren Dank an uns bekundeten."


Sylvia Baumeister / SB
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