Fachtagung zu einem grausamen Verbrechen an Frauen

Neukölln. Null Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung: Das war 2003 die Forderung der nigerianischen Präsidentengattin Stella Obasanjo. Auch in Neukölln leben Opfer dieses in alten Traditionen verwurzelten, grausamen Verbrechens an Frauen. Eine Fachtagung beschäftigt sich am 12. Februar mit dem Thema.

"Genitalverstümmelung. Verfolgt ein Leben lang. Eine globale, eine deutsche, eine Neuköllner Thematik?" heißt die Veranstaltung mit Podiumsdiskussion von 14 bis 17 Uhr im Wetzlar-Zimmer des Neuköllner Rathauses, Karl-Marx-Straße 83, die das bezirkliche Gleichstellungsbüro in Kooperation mit dem Familienplanungszentrum Balance veranstaltet. Unterstützt werden die Organisatoren von Terre des Femmes.

Auf dem Podium diskutieren Fatou Mandiang Diatta, Rapperin ("Sister Fa") und Aktivistin gegen weibliche Genitalverstümmelung, Elif Schneider, ehrenamtliche Vertreterin des Vereins "Mama Afrika" und Christiane Otto, Teamleiterin des Jugendamts Neukölln. Es moderiert Sybill Schulz, Balance-Geschäftsführerin und Fachleiterin.

Die Gleichstellungsbeauftragte Julia Thierfelder sieht einen großen Bedarf, aufzuklären. Der Kampf gegen Genitalverstümmelung sei noch lange nicht vorbei. Weltweit seien inzwischen mehr als 150 Millionen Frauen und Mädchen dem grausamen Brauch zum Opfer gefallen. Er mache auch an der deutschen Grenze nicht halt. Selbst hierzulande nehme die Zahl der Betroffenen zu. Nach Schätzungen der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes leben in Deutschland rund 27.500 Frauen, die davon betroffen oder bedroht sind.

Die Fachtagung, die sich insbesondere an Sozialarbeiter, Erzieher, Lehrkräfte und andere Fachleute wendet, wird auch Fragen des Schutzes für Mädchen und junge Frauen in Berlin in den Mittelpunkt der Veranstaltung stellen.

Interessierte können sich im Gleichstellungsbüro unter Julia.Thierfelder@bezirksamt-neukoelln.de anmelden.

Karen Noetzel / KEN
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