Gabriele Guttstadt ist die neue Leiterin der Gartenarbeitsschule

Seit Anfang Februar ist Gabriele Guttstadt die neue Leiterin der Gartenarbeitsschule. (Foto: KT)

Neukölln. Noch liegt die Gartenarbeitsschule in der Fritz-Reuter-Straße im Winterschlaf. Doch in den Klassenzimmern herrscht trotz Frost und Schnee reges Treiben.

Schon früh am Morgen kommen und gehen die Schulklassen. In zwei Klassenräumen können sie sich mit verschiedenen Projekten beschäftigen. In einem Zimmer basteln Kinder gerade aus Naturmaterialien einen Osterkorb.Seit Anfang Februar ist Gabriele Guttstadt die neue Leiterin der Gartenarbeitsschule August Heyn. Sie hat die Nachfolge von Auguste Kuschnerow angetreten, die 17 Jahre lang die Schüler aus Neukölln für die Gartenarbeit begeistert hat.

Die neue Leiterin will an die Traditionen anknüpfen. Der Reformpädagoge August Heyn hat 1920 die erste Gartenarbeitsschule in Berlin gegründet. Sein Ziel war es, Kinder auf die richtige Berufswahl vorzubereiten und vor allem Stadtkinder mit der Landwirtschaft vertraut zu machen. Gabriele Guttstadt verweist auf das große Interesse der Neuköllner Schüler. "Im vergangenen Jahr kamen über 30 000 Besucher in die Gartenarbeitsschule." An diesen Erfolg ihrer Vorgängerin will die neue Leiterin anknüpfen. In den Klassenräumen können sich die Schüler mit Naturmaterialien beschäftigen. "Wir haben sieben eigene Schafe", erklärt Gabriele Guttstadt. Die Wolle wird versponnen und auf einem kleinen Webstuhl können die Kinder Stoffe weben. Oder sie lernen, was man mit der Filztechnik alles aus Wolle machen kann.

Seit einem Jahr hat sich Gabriele Guttstadt auf ihre neue Funktion vorbereitet. Aber die Schule im Grünen war ihr auch im Sommer 2011 nichts Neues. Sie ist Biologielehrerin und hat die vielen Möglichkeiten im Garten mit ihren Schülern regelmäßig genutzt. Schon seit vielen Jahren kam sie mit ihren Klassen in die Fritz-Reuter-Allee 121. Vor etwa 20 Jahren waren es die Schüler der Keplerschule. In den vergangenen fünf Jahren kam Gabriele Guttstadt mit ihren Schülern aus der Gropiusschule.

"Ich möchte das praktische Leben auch an der Schule vermitteln", meint die neue Leiterin. Dazu gehört die Arbeit in den Gewächshäusern, auf den Wiesen, an den Bienenstöcken und mit den Schafen. An zwei kleinen Teichen können sich die Schulkinder mit dem Leben am und im Wasser beschäftigen. Die eigentliche Gartenarbeit ist nur ein kleiner Teil des umfangreichen Angebots.

Doch bald beginnt wieder die Arbeit an den Beeten. In der Gartenarbeitschule können sich die Schulkinder eigene Beete anlegen und von der Aussaat über die Pflege bis zur Ernte das Gemüse wachsen sehen. Auf dem rund 3,3 Hektar großen Gelände sind viele Tätigkeiten rund um die Landwirtschaft möglich. Die neue Leiterin wird nicht nur von vier Mitarbeitern unterstützt, sie bietet auch Plätze für das Freiwillige Ökologische Jahr und für Schülerpraktikanten an. "Wir haben jetzt auch die ersten Schüler aus dem dualen Lernen, die wir dann an eine Berufsausbildung vermitteln", berichtet Gabriele Guttstadt. Außerdem verweist sie auf einen sehr aktiven Förderverein. Die Mitglieder helfen bei der Obsternte, zeigen den Schülern, wie aus den Früchten Saft oder Konfitüre gekocht wird und sind mit dabei, wenn die Produkte der Gartenarbeit bei Volksfesten im Bezirk angeboten werden.

Weitere Informationen im Internet unter www.ahgasn.de oder unter 60 25 88 74

Klaus Tessmann / KT
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