Lebenshilfe berät ab sofort behinderte Migranten

Rubia Abu-Hashim (links), Veli Filar (Mitte) und Zainab Charour stehen Migranten mit Behinderungen mit Rat und Tat zur Seite. (Foto: Sylvia Richter)

Neukölln. Am 10. Oktober eröffnete die Lebenshilfe Berlin in der Briesestraße 1 eine Interkulturelle Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung und Migrationshintergrund. Bisher gab es noch keine einzige Einrichtung dieser Art in der Stadt.

Vor 50 Jahren gründete sich ein kleiner Eltern-Selbsthilfeverein in Berlin namens "Lebenshilfe". Für über 4500 Menschen mit Behinderung hat die gemeinnützige 1600 Mitglieder zählende Organisation heute Angebote an rund 100 Standorten. Auch Beratungsstellen gehören dazu, die aber von einem immer größer werdenden Teil der Bevölkerung bisher kaum aufgesucht wurden. "Wir haben heute ein großes Hilfesystem für Menschen mit Behinderungen, das aber leider von Migranten kaum genutzt wird", weiß Katharina Smaldino, Behindertenbeauftragte des Bezirks. Das soll sich nun ändern. Mit der Eröffnung eines "Pilotprojekts" der Lebenshilfe, der Interkulturellen Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung und Migrationshintergrund in der Briesestraße 1.

"Was diese Einrichtung von anderen unterscheidet, ist ein niedrigschwelliges Angebot", sagt Einrichtungsleiter Jürgen Schwarz. Das Konzept erarbeitete die Lebenshilfe zusammen mit Smaldino und bezirklichen Kooperationspartnern. An fünf Tagen in der Woche beraten drei Mitarbeiter, die selbst einen Einwanderungshintergrund haben und türkisch oder arabisch sprechen, Migranten mit Handicaps und deren Angehörige. Zudem werden hier Kurse wie Koch- oder Bastelgruppen stattfinden. "Wir sind offen für Vorschläge, wollen die Menschen und ihre Bedürfnisse erst einmal kennen lernen, um Brücken zu Betroffenen zu bauen", erklärt Koordinatorin Rubia Abu-Hashim.

Die enge Zusammenarbeit mit Migrantenvereinen, wie dem Türkisch-Deutschen Zentrum (TDZ) und dem Deutsch-Arabischen Zentrum und eine gute Vernetzung mit weiteren Partnern im Bezirk sollen dafür Sorge tragen, dass dies auch gelingt. Dazu zählt beispielsweise die Möglichkeit einer Sprachübersetzung, aber auch einer Vermittlung an entsprechende Stellen, die weiterhelfen können. Smaldino will überdies die Stadtteilmütter über die Angebote der Beratungsstelle informieren, die diese bei ihren Familienbesuchen weitergeben sollen. Weitere Infos im Internet unter www.lebenshilfe.de oder unter 53 67 00 72.


Slyvia Baumeister / syri
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