Museum zeigt Ausstellung zum 150. Jubiläum der SPD

Immer streitbar zeigte sich auch die Jugendorganisation der SPD in Neukölln, wie hier in der zweiten Hälfte der 20er-Jahre. (Foto: Museum Neukölln)

Britz. Die SPD ist wie keine andere Partei mit der Geschichte des Bezirks verbunden. Schon das alte Rixdorf war eine Hochburg der Sozialdemokraten. Die politischen Kämpfe um die Einheit der Arbeiterbewegung und die Verwirklichung ihrer Ideale zeigt jetzt eine Wanderausstellung auf.

Die SPD, älteste Partei Deutschlands, hat in diesem Jahr gleich dreifachen Grund zum Feiern: Sie begeht den 150. Jahrestag ihrer Gründung durch Ferdinand Lasalle, den 100. Todestag August Bebels und den 100. Geburtstag Willy Brandts. Grund genug für das Museum Neukölln, dieser Partei eine Wanderausstellung zu widmen. Ihr Titel: "Der Kampf um Einheit und Freiheit. Geschichte der Sozialdemokratie in Rixdorf und Neukölln". Das Museum trug für seine Recherchen viel Material zusammen, unter anderem aus Archiven der SPD, des Landesarchivs und des eigenen Geschichtsspeichers. "Dabei haben wir festgestellt, wie wichtig die Partei für diesen Bezirk war", sagt Museumsleiter Dr. Udo Gößwald. Die Ausstellung spannt einen Bogen von der Gründung der Partei 1863 bis in die heutige Zeit.

Ziel der radikalen Protestpartei der Arbeiterbewegung war zunächst die Umwälzung der kapitalistischen Klassengesellschaft. Rixdorf wurde bald zur Hochburg der SPD. Generationen von Arbeitern wurden geprägt durch die Mitgliedschaft bei Vereinen und die Teilhabe an Veranstaltungen, die von der SPD organisiert wurden. Die Partei errang spektakuläre Wahlerfolge und organisierte aufsehenerregende Massenversammlungen, wie in der Hasenheide. Die "Neue Welt", gleich nebenan, galt als einer der wichtigsten Versammlungsorte der SPD, wo Kommunisten und Sozialisten sich zuweilen wütende Saalschlachten lieferten. Vor allem die Frage, ob gegen den Ersten Weltkrieg gestreikt oder darin gekämpft werden sollte, spaltete die Genossen.

Einig war man sich hingegen in der modernen Wohnungspolitik. Sozialdemokraten und Kommunisten bemühten sich in den 20er-Jahren gemeinsam darum, die schlechten Lebensbedingungen der Arbeiter in den Neuköllner Mietskasernen zu verbessern. Mit dem Bau der Hufeisensiedlung verwirklichten Bruno Taut und Martin Wagner ihre Vision einer sozialistischen Gemeinschaft der Zukunft. Die Britzer Wähler dankten es damals mit einem hervorragenden Wahlergebnis - und die Nachwelt feiert die Siedlung heute als "Unesco Welterbe".

Zu sehen ist die Ausstellung im Museum Neukölln, Alt-Britz 81, bis zum 7. Juli dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr.

Sylvia Baumeister / SB
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