Neue Kulturamtsleiterin Dr. Katharina Bieler hat viele neue Ideen

Dr. Katharina Bieler an ihrem Arbeitsplatz im Neuköllner Kulturamt. (Foto: Sylvia Baumeister)

Neukölln. Seit etwa 100 Tagen ist Dr. Katharina Bieler neue Leiterin des Kulturamts. Die dezentrale Kulturarbeit will sie weiterführen, wie bisher. Für die Galerie im Saalbau erarbeitet sie gerade ein neues Konzept, mit dem sie freie Künstler aus dem Bezirk stärker fördern möchte.

Lange war darüber gerätselt worden, wer die Nachfolge von Dr. Dorothea Kolland antreten würde, die über 30 Jahre lang den Fachbereich Kultur im Bezirksamt geleitet hatte. Seit August nun ist "die Neue" im Amt: Dr. Katharina Bieler. Ihr Lebenslauf umfasst unter anderem ein Studium der Neueren Geschichte, Kunstgeschichte und Europäischen Ethnologie in Göttingen und Berlin. Ab 2006 war sie Museumspädagogische Leiterin des Willy-Brandt-Hauses, einer vom Bundestag errichteten Politikergedenkstiftung in Lübeck. Der Sprung nach Neukölln war letztlich nicht groß, denn Dr. Bieler war schon drei Jahre zuvor mit ihrer Familie nach Berlin gezogen. Über ihren neuen Job als Kulturamtsleiterin ist die 42-Jährige glücklich: "Hier habe ich vielfältige Möglichkeiten, die Kultur zu gestalten. Kein anderer Bezirk engagiert sich so für diesen Bereich", sagt sie. Weiterhin will Dr. Bieler die kulturelle Infrastruktur finanziell unterstützen, wie etwa die Neuköllner Oper oder den Heimathafen. Aber auch Änderungen sind geplant. Derzeit erarbeitet die Kulturamtsleiterin ein neues Konzept für die Galerie im Saalbau. Ihr erklärtes Ziel ist, freie Künstler im Bezirk verstärkt zu fördern. Drei Ausstellungen Neuköllner Künstler pro Jahr soll es in der Galerie geben, Mitte 2014 wird die erste laufen. Die Auswahl trifft nach Festlegung bestimmter Kriterien zukünftig eine fünfköpfige Jury aus dem Kunst- und Kulturbereich, der auch Dr. Bieler angehören wird.

"Die Förderung der freien Neuköllner Künstler ist mir sehr wichtig", betont die Kulturamtsleiterin. Einmalig im Konzept des Bezirks wird ein Honorar für die Künstler und deren Kuratierung sein.

Das Kulturamt finanziert zudem die Öffentlichkeitsarbeit und eine Broschüre zu jeder Ausstellung. Daneben wird es, wie auch in der zweiten bezirkseigenen Galerie im Körnerpark, weiterhin internationale Gegenwartskunst im Saalbau geben. Um die Interessen der freien Szene besser vertreten zu können, sucht Dr. Bieler auch Künstler vor Ort auf. Daneben ist sie bestrebt, mehr Bewohner des Bezirks für die Kunst zu interessieren. Dr. Bieler ist überzeugt: "Die Vermittlung von Kunst muss alltagstauglicher werden. Trotzdem muss sie auch komplexe Inhalte transportieren, aber nicht im Referatsstil.


Sylvia Baumeister / SB
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