Neues Projekt im Kiez soll Ängste und Vorurteile abbauen

Hagar Levin aus Tel Aviv gab den Anstoß fürs neue Projekt des Vereins Morus 14. Sie leitet es auch. (Foto: privat)

Neukölln. Schalom bedeutet auf Hebräisch Frieden. Begegnungen zwischen Menschen der sehr vielfältigen Berliner jüdischen Bevölkerung und Bewohnern und Akteuren des Rollbergkiezes will das neue Projekt "Schalom Rollberg" des Fördervereins "Morus 14" anstoßen.

"Schalom Rollberg", das von der Friede Springer Stiftung, der Stiftung der Berliner Sparkasse und der Hertie Stiftung finanziell unterstützt wird, ist aber auch die Geschichte einer unüblichen und zugleich fruchtbaren Begegnung einer jungen Frau aus Tel Aviv mit Bewohnern des Rollbergviertels. Hagar Levin kam 2012 für ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) nach Berlin und engagierte sich bei Morus 14.

In dieser Zeit hat die Studentin der Islam- und Nahostwisschenschaften viel Aufklärungsarbeit zum Thema Judentum geleistet und einige Vorurteile abgebaut. Nach dem FSJ stand für den Förderverein fest: Auf diesen positiven Erfahrungen muss aufgebaut werden.

"Schalom Rollberg" will auf Dauer gegenseitige Berührungsängste abbauen und echte Freundschaften aufbauen helfen. Konkret angegangen wird dieses Ziel in unterschiedlichen Projekten im Rahmen des "Netzwerks Schülerhilfe Rollberg". Dazu gehören unter anderem gemeinsame Kunst- und Musikprojekte, Kultur- und Aufklärungsveranstaltungen oder sportliche Aktivitäten.

Seit November des vergangenen Jahres gibt es für zwölf Schüler ab der 7. Klasse eine wöchentliche Englisch-Gruppe. Hier arbeiten Praktikanten des "American Jewish Joint Distribution Committee" (JDC) mit. Das ist eine Hilfsorganisation US-amerikanischer Juden für jüdische Glaubensgenossen. Bereits angelaufen ist das wöchentliche Unterrichtsprojekt "Interreligiöses und Interkulturelles Lernen" (PriiL) an der Neuköllner Regenbogenschule.

Ab Februar ist ein monatlicher Kunst-Tag für Zweit- bis Viertklässler geplant. Die Federführung hat die "Muslim-Jewish Conference" (Muslimisch-Jüdische Konferenz). Fest steht bereits der Termin für einen Museumsbesuch am 4. Februar, bei dem es um Erfahrungen von Ausgrenzung und Diskriminierung geht. Im selben Monat soll ein Naher-Osten-Filmabend zum Thema "Verbindung zwischen Judentum und Islam" stattfinden. Gezeigt wird "Alles Koscher". Es schließt sich ein Gespräch mit einer Mitarbeiterin des jüdisch-orthodoxen Bildungs- und Familienzentrums Chabad Berlin an. Am 8. März wird gemeinsam der Internationale Frauentag gefeiert. Und am 7. Juni trifft "Koscher auf Halal". In Zusammenarbeit mit der jüdischen Hochschulgemeinde "Beth Hillel Potsdam" wird das Schavuot-Fest, das jüdische Pfingstfest, im Gemeinschafthaus Morus 14 gefeiert.

Die Planungen für das zunächst auf zwei Jahre angelegte Projekt "Schalom Rollberg" gehen aber noch weiter: Demnächst soll es eine Sport- und eine Mädchengruppe geben, einen monatlichen Frauen-Treff, gemeinsames Musizieren mit der "Big Band Rollberg" und den Besuch von Gotteshäusern. Außerdem will man künftig gemeinsam Weihnachten, das islamische Opferfest und das jüdische Lichterfest namens Chanukka feiern.

Kontakt gibt es über Projektleiterin Hagar Levin unter 68 08 61 10, E-Mail: info@morus14.de

Karen Noetzel / KEN
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