Savvy Contemporary zog ins alte Umspannwerk

Dr. Bonaventure Ndikung und sein Team freuen sich auf viele interessante Veranstaltungen in den Hallen des Umspannwerkes. (Foto: Sylvia Baumeister)

Neukölln. Bisher war die Kunstinitiative Savvy Contemporary am Richardplatz beheimatet. Nach über vier Jahren sind jetzt der künstlerische Leiter, Dr. Bonaventure Ndikung, und sein Team in die 400 Quadratmeter fassenden Hallen des ehemaligen Umspannwerkes gewechselt.

Dr. Bonaventure Ndikung wird nun sicherlich nicht mehr viel Zeit für Privates haben. Denn der Doktor der Biotechnologie und sein Team haben sich in den neuen Projektraum in der Richardstraße 20 viel vorgenommen: Ausstellungen, Performances, Vortrags- und Präsentationsreihen sollen hier stattfinden. Der Non-Profit-Projektraum, der sich aus Mitgliedsbeiträgen des Fördervereins Savvy Contemporary und öffentlichen Projektfördergeldern finanziert, versteht sich als Labor für neue kuratorische Ansätze und interdisziplinäre Formen der Kunst. "Wir bieten eine internationale Plattform für Kunst, die vor allem mit Naturwissenschaften in Verbindung steht", sagt Ndikung. Nach diesem Konzept hatte es im vorherigen Projektraum am Richardplatz zahlreiche Performances und Vorträge gegeben. Zuletzt konnte man dort in einer Ausstellung Arbeiten des koreanischen Künstlers Yunchul Kim sehen, der mit Hilfe von Chemikalien Experimente durchführte, um Klänge verschiedener Elemente zu erforschen. Auch Ausstellungen über Amnesie, darüber, wie der Prozess des Vergessens künstlerisch ausgelebt wird, waren schon in dem Projektraum zu sehen.

"Es geht vor allem darum, Grenzen in der Kunst zu überschreiten", sagt Ndikung, dessen Kunstinitiative in diesem Jahr als einer der Gewinner "künstlerischer Projekträume und Initiativen" vom Berliner Senat ausgezeichnet wurde.

Die 400 Quadratmeter Raum, die die Hallen des jahrelang leer stehenden Umspannwerkes bieten, sollen aber auch noch anderweitig genutzt werden: Mit gesammelten Beiträgen aus aller Welt will der gebürtige Kameruner hier nach und nach eine öffentliche Kunstbibliothek einrichten. Zudem ist ein Dokumentationszentrum für Performance-Kunst in Gründung. "Künstler sind eingeladen, uns ihre Dokumentationen von Katalogen, Videos und anderen Formen zu geben", sagt der Leiter.

Zunächst starten im Savvy Contemporary ab 10. August zwei Ausstellungen mit den Titeln "The Myth of Proportional Response" und "Ghostbusters II". Der Projektraum ist donnerstags bis sonntags von 16 bis 20 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter savvy-contemporary.com.

Sylvia Baumeister / SB
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