Was wird aus dem ehemaligen Krankenhauskomplex am Mariendorfer Weg?

Die teils denkmalgeschützten Gebäude auf dem Areal des ehemaligen Klinikums Neukölln verwahrlosen immer mehr. (Foto: Sylvia Richter)

Neukölln. Schon seit 2005 ist die frühere Frauenklinik am Mariendorfer Weg geschlossen. 2007 verkaufte der Liegenschaftsfonds das Areal. Seitdem verrotten die teilweise denkmalgeschützten Gebäude.

Schon seit Jahren bieten die Gebäude der ehemaligen Frauenklinik am Mariendorfer Weg einen traurigen Anblick: So gut wie jede Fensterscheibe ist zertrümmert, die teilweise denkmalgeschützten Häuser sind mit Graffiti beschmiert. Schrottdiebe plünderten hier mittlerweile alles, was irgendwie brauchbar war. Mehrere Brände gab es außerdem. Einer davon beschädigte den Dachstuhl eines Gebäudes erheblich, wie immer noch zu sehen ist. Verursacht wurden die Brände von Unbefugten, die sich trotz zugenagelter Eingänge und eines dort inzwischen patrouillierenden Wachschutzes immer wieder Zugang in die Gebäude verschaffen. Das ruft regelmäßig die Polizei auf den Plan, vor allem, weil Nachbarn sich durch den Lärm großer "Partys" belästigt fühlen. Immer wieder muss die Polizei nach eigenen Angaben unerwünschte "Partygäste" des Geländes verweisen, die zuständige Hausverwaltung, Comer Immobilienmanagement, stelle regelmäßig Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs. Insbesondere ältere Bewohner einer nahe gelegenen Einrichtung werden zudem von Unbefugten, die sich in den Ruinen aufhalten, belästigt: "Häufig wurden sie von illegalen Besetzern angesprochen, angebettelt und bedroht", erzählt Werner Eichholz, Vorsitzender der Seniorenvertretung Neukölln.

Für Baustadtrat Thomas Blesing (SPD) ist das Areal, das zusehends verwahrlost, ein "dauerhaftes Ärgernis". Schon 2005 war dieser Standort des Klinikums aufgegeben worden, 2007 hatte ihn der Liegenschaftsfonds verkauft. Ein Bauplanentwurf sieht die Nutzung als Wohnraum mit Wohnhäusern und Nahversorgungsangeboten vor.

Geschehen ist dennoch schlichtweg nichts. Für kontroverse Diskussionen in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hatte im Oktober 2012 ein Antrag der Fraktion der Linken gesorgt, die prüfen wollten, ob das Gelände zum Zweck einer Wohnungsbebauung zurückgekauft werden könne. Der Antrag wurde letztlich mehrheitlich in der BVV abgelehnt.

Was nun mit dem Grundstück geschieht, bleibt weiterhin ungewiss. Denn obwohl es nach Angaben einer Mitarbeiterin der Hausverwaltung vor einigen Wochen noch hieß, der Eigentümer Harvard Investment S.A. Luxemburg werde bald mit einer Bebauung beginnen, konnte dies zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr sicher bestätigt werden.


Slyvia Baumeister / syri
0
Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden