Bezirksamt stellt Gebäude am Mariendorfer Weg zur Verfügung

Neukölln. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) hat die Bezirke aufgefordert, Sporthallen als Flüchtlingsunterkünfte zur Verfügung zu stellen. Neukölln geht einen anderen Weg - und hat mobile Unterrichtsräume am Mariendorfer Weg angeboten.

Das Gebäude hatte als Ausweichquartier für die Hermann-Sander-Schule gedient, die saniert und erweiterung worden ist. Bald soll eine Kita einziehen, zur Zeit stehen die Räume aber leer.

"Am 6. Januar wurden wir vom Lageso schriftlich darüber informiert, dass es aufgrund der akuten Notsituation notwendig ist, Sporthallen zur Verfügung zu stellen", erklärt Schulstadträtin Franziska Giffey. Auf eine der wenigen Hallen im Bezirk haben man aber nicht verzichten wollen. "Außerdem möchten wir nicht, dass die Flüchtlinge auf engstem Raum ohne jede Privatsphäre hausen müssen".

Der ehemalige Schulbau hat auf zwei Etagen eine Nutzfläche von 55 Quadratmeter, acht Räume von jeweils 60 Quadratmetern und Toiletten. Duschcontainer sollen draußen aufgestellt werden. Das Lageso will hier 80 bis 100 Personen unterbringen, vorwiegend Familien, deren Kinder auf dem angrenzenden Spielplatz toben können. Weil es sich nur um eine kurzzeitige Unterbringung handelt (Erstaufnahmeheim), werden die Bewohner mit angeliefertem Essen versorgt und von Sozialarbeitern vor Ort betreut.

"Auf den Schulbetrieb wird die Unterkunft keine Auswirkungen haben", versichert Giffey. Die Entscheidung, die sie gemeinsam mit Sozialstadtrat Bernd Szczepanski (Grüne) getroffen hat, stößt aber auch auf Kritik. Christopher Förster, Bezirksverordneter und neuer Vorsitzender der CDU Britz, stört, dass es in der Nähe schon ein Flüchtlingsheim gibt und ein weiteres geplant ist. Zudem seien Parteien und Fraktionen nicht vorab von der Entscheidung informiert worden. Förster: "Die Notwendigkeit sehe ich ein, aber man muss auch über andere Standorte in Nord-Neukölln nachdenken".

Bernd Szczepanski sieht das anders: "Wir sind positiv gestimmt und bereit, zu helfen. Das Gebäude eignet sich viel besser als eine Sporthalle. Und es gibt keine Ecken in Neukölln, wo ich keine Flüchtlinge unterbringen würde."


Sylvia Baumeister / SB
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