Flüchtlinge verlassen C&A-Gebäude: Umzug in Haarlemer Straße fast abgeschlossen

Wie das alte Kaufhaus an der Ecke Karl-Marx- und Anzensgruberstraße in Zunkunft genutzt wird, ist noch unklar. (Foto: BA Nk)

Das ehemalige C&A-Haus an der Karl-Marx-Straße 92 hat als Notquartier ausgedient: Bis Mitte Februar sollen alle Flüchtlinge ausgezogen sein, teilt Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) mit.

Zuletzt hatten noch 137 Menschen - 90 Erwachsene und 47 Kinder – in dem alten Kaufhaus gelebt. Nun siedeln sie in die Gemeinschaftsunterkunft an der Haarlemer Straße über. Die Erweiterungsbauten sind im vergangenen Dezember fertig geworden. Betreiber ist übergangsweise die Stephanus-Stiftung, bis das laufende Ausschreibungsverfahren abgeschlossen ist.

Dort kommen die Menschen in Wohnungen unter, die zwischen 40 und 60 Quadratmeter groß sind und Raum für drei bis fünf Personen bieten. Es gibt Gemeinschaftsflächen, wo Ehrenamtliche Angebote machen. Auch für die Freizeitgestaltung der Kinder und Jugendlichen und für ein Frauencafé ist Platz. Die Kinder können auch nach dem Umzug in ihren bisherigen Schulen bleiben und werden nicht aus ihrem gewohnten Umfeld gerissen. Ansprechpartner sowohl für die Geflüchteten als auch für die Anwohner vor Ort ist ein Team des Programms „Berlin entwickelt neue Nachbarschaften“ der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen.

Im C&A-Gebäude wohnten seit dem 23. Dezember 2015 Flüchtlinge. Der Bezirk hatte sich für diese Lösung entschieden, damit nicht vier weitere Sporthallen als Quartiere zur Verfügung gestellt werden mussten. Bis zu 600 Menschen waren zeitweise in dem Kaufhaus untergebracht und wurden ärztlich versorgt.

Franziska Giffey erinnert sich: „Ich war am Weihnachtsvorabend beim Bezug dabei. Auch wenn die hergerichteten Wohnwaben besser als die Unterbringung in Turnhallen waren, handelte es sich um eine Notunterkunft mit sehr eingeschränkter Wohn- und Lebensqualität.“ Sie ist froh, dass die Familien mit Kindern nun ein besseres Leben führen können, mit eigener Küche, eigenem Bad und mehr Privatsphäre. „So kann Integration leichter gelingen – durch Normalität“, sagt sie. Umso dankbarer sei sie den Maltesern und den vielen Ehrenamtlichen für die wichtige Arbeit, die sie zwei Jahre lang an der Karl-Marx-Straße geleistet haben.

Wie es mit dem C&A-Gebäude weitergeht, steht noch nicht fest. Der Vertrag mit dem Landesamt für Flüchtlingsangelegenheit laufe Ende des Jahres aus, heißt es aus dem Bezirksamt. Derzeit prüfe das Landesamt, ob und wie der Bau bis dahin genutzt werden könne. Danach liegt die Entscheidung beim Privateigentümer.
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