Frauenschmiede am Richardplatz kann weitermachen

Sylvia Edler will den Betrieb des Frauentreffpunkts Schmiede auf jeden Fall aufrechterhalten. (Foto: Sylvia Baumeister)

Neukölln. Seit 1991 wird der Treffpunkt Frauenschmiede am Richardplatz 28 als sozialer und kultureller Anlaufpunkt im Bezirk genutzt. Ende September schien damit plötzlich Schluss zu sein. Doch die Gleichstellungsbeauftragte versichert jetzt, der Treffpunkt bleibt erhalten.

Seit Anfang Oktober standen Frauen, die am Frauentreffpunkt Schmiede vorbeikamen, vor verschlossenen Türen. "Erst wenige Tage zuvor haben wir davon erfahren, dass die Frauenschmiede geschlossen werden soll. Niemand wusste, von wem das kommt und warum es geschieht", ärgert sich Susanne Louise Heiland, die sechs Jahre lang Yoga-Kurse in der bezirkseigenen Einrichtung besucht hatte.

Leiterinnen der dort laufenden Kurse standen plötzlich vor der Entscheidung, sich eigene Räume zu suchen oder angebotene Ausweichorte zu wählen. So, wie Ulrike Seidenschnur, die in der Frauenschmiede seit 23 Jahren Malkurse anbietet: "Wir mussten unsere Sachen sofort ausräumen und eine geplante Ausstellung kurzfristig absagen", berichtet sie. Für weitere Konfusion sorgte eine spätere Ankündigung, dass Kurse doch noch im Gebäude weiterlaufen könnten. Die Kursleiterinnen bekamen danach Verträge mit einer Laufzeit von zwei Wochen angeboten. "So können wir nicht planen", meint Ulrike Seidenschnur. Auf eine Anfrage der Grünen in der BVV am 5. November erklärte Bürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) schriftlich, das Bezirksamt habe Ende August zur Kenntnis nehmen müssen, "dass sich die Gleichstellungsbeauftragte für Betrieb und Veranstaltungen sowie zur Sicherung der Öffnungszeiten der Dienstleistung von bis zu sechs FAV-Kräften des Internationalen Bundes (IB) im Rahmen einer illegalen Leiharbeit durch Arbeitnehmerüberlassung bedient" habe. Im Wege der Dienstaufsicht sei sie angewiesen worden, "die unzulässige Arbeitnehmerüberlassung unverzüglich zu beenden".

Dem IB, der bisher einen Teil der Räume gemietet hatte, war das gesamte Gebäude zur Miete angeboten worden. Dieser hatte die Trägerschaft jedoch abgelehnt. Für weitere Auskünfte verwies Buschkowsky auf die Gleichstellungsbeauftragte, die im Urlaub war. "Die bisherige gute Zusammenarbeit mit dem IB bestand seit 1994 und war seitdem vertraglich mit dem Bezirksamt geregelt", so Sylvia Edler nach ihrer Rückkehr. Die Gleichstellungsbeauftragte versichert: "Ich werde einen Weg finden, wie der Treffpunkt weitergeführt werden kann, wenn auch mit eingeschränkten Öffnungszeiten". Kurse und Veranstaltungen sollen aber wieder in bisherigem Umfang laufen. Am 26. November um 20 Uhr wird dort ein Salonabend mit dem Thema "25 Jahre Mauerfall - was hat sich für Frauen geändert?" veranstaltet.

Weitere Infos gibt es unter www.frauen-in-neukoelln.de.

Sylvia Baumeister / SB
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