Gesundheitsstadtrat fordert mehr Mittel vom Senat für Impfaktion

Gesundheitsstadtrat Falko Liecke fordert vom Senat mehr Geld für die Impfaktionen des Gesundheitsamtes. (Foto: Sylvia Baumeister)

Neukölln. Seit über einem Jahr geht der Bezirk in der Gesundheitsvorsorge eigene Wege. Stadtrat Falko Liecke (CDU) lässt Grundschulkinder in Nord-Neukölln impfen, wo es besonders viele Zuwanderer gibt. Erwachsene bleiben davon aber in der Regel ausgespart.

Krankheiten wie Masern, Diphterie und Polio (Kinderlähmung) gibt es in Deutschland aufgrund der Möglichkeit der Impfungen eigentlich nicht mehr. Im vergangenen Jahr gab es aber eine plötzliche Häufung von Masernerkrankungen in Berlin, auch bei Erwachsenen. Die durch Tröpfcheninfektion übertragbare Krankheit kann zu Hirnhaut- und Lungenentzündungen führen. Den besten Schutz gegen ansteckende Krankheiten bietet immer noch die Impfung. "Wichtig ist eine möglichst hohe Durchimpfungsrate, um Ansteckungen und die Weiterverbreitung von vermeidbaren Krankheiten zu verhindern", betont Gesundheitsstadtrat Falko Liecke (CDU).

Zwar sind in Deutschland 94 Prozent aller Kinder und Jugendlichen gegen Masern geimpft, jedoch haben nur 74 Prozent eine Zweitimpfung erhalten. Noch schlechter sieht es mit der Impfungsrate bei zugewanderten Menschen aus Bulgarien, Rumänien, Syrien und anderen Ländern aus. Weil diese Bevölkerungsgruppen sich besonders im Neuköllner Norden ansiedeln, startete Liecke vor gut einem Jahr eine Impfaktion. Seither sucht ein Team des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes (KJGD) regelmäßig zwölf Grundschulen in diesen Zuzugsgebieten auf. "Zurzeit haben wir keine Auffälligkeiten", stellt Liecke fest. Seit Schuljahresbeginn wird die Aktion fortgesetzt. Auch in der Asylbewerberunterkunft in der Neuen Späthstraße werden einmal pro Woche Impfangebote, auch für Erwachsene, unterbreitet. Das hat allerdings seinen Preis: 80 000 Euro jährlich muss der Bezirk dafür aufbringen. Liecke fordert daher vom Senat zusätzliche Mittel für den Impfstoff und das Personal. "Bisher sind Erwachsene noch gar nicht im Fokus von Impfaktionen. Sie sollen eigentlich zu niedergelassenen Ärzten gehen. Aber das halte ich für weltfremd", sagt Liecke. Auch der Rat der Berliner Bezirksbürgermeister hat den Senat aufgefordert, den Bezirken endlich die zusätzlichen Kosten für Impfungen von Zuwanderern zu erstatten.


Sylvia Baumeister / SB
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