Jugendberufsagentur kann frühestens im März 2016 starten

Neukölln. Um die Jugendarbeitslosigkeit einzudämmen, werden in mehreren Bezirken spezielle "Jugendberufsagenturen" eingerichtet. Neukölln hatte dafür beworben, bekam für dieses Jahr aber noch kein grünes Licht vom Senat.

Ziel dieser neuen Einrichtungen ist es, Schulabgänger berufsfähig zu machen und die Probleme zu beseitigen, die dem Beginn einer Ausbildung im Wege stehen. Das können mangelnde Qualifikationen sein, aber auch psychische Schwierigkeiten.

Die neue Behörde setzt sich aus drei Partnern zusammen, deren Bereiche ineinandergreifen und die eng zusammenarbeiten sollen: die Agentur für Arbeit, das Jobcenter und die Jugendberufshilfe der Jugendämter. Binnen zwei Jahren, so wurde jetzt festgelegt, sollen die Agenturen es schaffen, jeden Jugendlichen zumindest ausbildungsfähig zu machen.

Für das neue Modell mussten die Bezirke Anfang des Jahres einen Kriterienkatalog des Senats beantworten. Dieser entschied dann , dass die ersten Agenturen im Oktober in Friedrichshain-Kreuzberg, Marzahn-Hellersdorf und Tempelhof-Schöneberg eröffnet werden.

Warum ist Neukölln nicht dabei? Die Quote von Jugendlichen, die die Schule ohne Abschluss verlassen ist mit 14 Prozent hoch, und der Bezirk wünscht sich die Agentur dringend. Man habe nicht rechtzeitig geeignete Räume gefunden, begründet Jugendstadtrat Falko Liecke (CDU) die Verzögerung.

Kritik am Stadtrat

Erst im Februar konnte man sich mit der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter darauf einigen, Räume im Gebäude der Arbeitsagentur an der Sonnenallee 282 anzumieten. Die müssten aber für die insgesamt 70 Mitarbeiter aus den drei Bereichen ausgebaut werden. Ob der nächstmögliche Eröffnungstermin im März nächsten Jahres eingehalten werden kann, sei derzeit nicht sicher.

Mitglieder der Fraktionen von SPD und Grünen kritisierten bei der letzten Bezirksverordnetenversammlung den Stadtrat heftig. Der Vorwurf: Er habe sich nicht rechtzeitig um die Angelegenheit gekümmert. Das weist der Stadtrat von sich. Er habe nach geeigneten Räumen gesucht, es habe aber schlichtweg keine gegeben. "Der Bezirk ist als kleinster Partner dieses Projekts nicht Herr des Verfahrens", so Liecke. "Ich habe alle Voraussetzungen dafür geschaffen, damit die Jugendberufsagentur im März 2016 an den Start gehen kann, weil ich es unbedingt will."


Sylvia Baumeister / SB
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