Staatsministerin besucht Bilderbuchkino in Neuköllner Grundschule

Franziska Giffey (von links), Aydan Özoguz, Manfred Stolpe und Jan-Christopher Rämer folgen interessiert der Stunde im Bilderbuchkino. (Foto: Sylvia Baumeister)

Neukölln. Staatsministerin Aydan Özoguz (SPD) besuchte kürzlich die Eduard-Mörike-Schule an der Stuttgarter Straße, um sich über das Sprachförderprojekt "Bilderbuchkino" der Berliner Bürgerstiftung für Kinder aus Südosteuropa zu informieren.

Die Grundschüler ließen sich nicht stören, als Bürgermeisterin Franziska Giffey und Bildungsstadtrat Jan-Christopher Rämer mit Staatsministerin Aydan Özoguz (alle SPD) den Klassenraum betraten. Ihre Aufmerksamkeit war ganz auf die Geschichte vom Zauberlehrling gerichtet, die ihnen von Matthias Neumann anhand von vielen schönen Illustrationen im "Bilderbuchkino" nahegebracht wurde. Begeistert beantworteten sie Fragen und kommentierten die Bilder- und konnten dabei schon recht gut Deutsch sprechen. Vor zwei oder drei Jahren waren die Kinder aus Südosteuropa fast ohne Deutschkenntnisse eingeschult worden. In kleinen Willkommensklassen, die vom Bezirk vor vier Jahren zusätzlich zum Unterricht eingerichtet wurden, erhalten sie seitdem Sprachförderung durch extra geschulte Pädagogen und Sprachmittler.

Als eine gute Ergänzung dazu hat sich das Projekt "Bilderbuchkino" der Bürgerstiftung bewährt, mit dem Kinder aus mehrsprachigen oder bildungsfernen Familien ganz gezielt unterstützt werden. Die F. C. Flick Stiftung, in der der frühere Brandenburger Ministerpräsident und frühere Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe als Stiftungsrat sitzt, unterstützt das Projekt finanziell.

Aydan Özoguz zeigte sich begeistert vom Bilderbuchkino. "Es ist ein toller Ansatz, weil hier nicht nach starren Regeln Sprache gelehrt wird. Die Methode nimmt Kinder gut mit auf dem Weg zur Entwicklung der deutschen und auch ihrer eigenen Sprache", sagte die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.

Auch Franziska Giffey, die sich angesichts vieler Zuwanderer aus Südosteuropa vor Jahren für zusätzliche Mittel zur Einrichtung der Willkommensklassen beim Senat eingesetzt hatte, freut sich über die zusätzliche Förderung. "Sie bereichert den Schulalltag", so die Bürgermeisterin. Franziska Giffey betonte auch , dass nicht nur Kinder mit Migrationshintergrund eine besondere Förderung brauchen. Angesichts der sprachlichen Entwicklungsrückstände vieler Grundschüler sei es wichtig, den Eltern zu vermitteln, wie wichtig das Vorlesen für ihre Kinder sei. "Bei vielen Eltern müssen wir erst mal eine grundlegende Überzeugungsarbeit leisten."

Für das Bilderbuchkino sucht die Bürgerstiftung noch ehrenamtliche Lesepaten. Infos dazu unter www.buergerstiftung-berlin.de oder 83 22 81 13.

Sylvia Baumeister / SB
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