Vollgut: Auf dem Kindl-Areal sollen sich Kunst, Kultur und Start-Ups ansiedeln

Franziska Giffey (l.), Alice Grundhammer, Angelika Drescher und Christoph Langscheid bei der Vorstellung der Entwicklungspläne für die frisch erworbenen Grundstücke auf dem Gelände der ehemaligen Kindl Brauerei. (Foto: Sylvia Baumeister)
Berlin: Vollgut |

Neukölln. Die Stiftung Edith Maryon hat Grundstücksteile der Kindl Brauerei erworben. In Abstimmung mit dem Bezirksamt sollen dort Projekte laufen, die die lokale Wirtschaft ankurbeln und die Nachbarschaft einbeziehen.

Schon lange tut sich etwas – für alle sichtbar – auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei, die den Rollbergkiez 2006 verlassen hat. Inzwischen gibt es hier einen Rewe-Markt; Ziegert Immobilien baut über 100 Wohnungen. In den denkmalgeschützten Gebäuden angesiedelt haben sich das Schwulenzentrum SchwuZ, Gastronomie, medizinische Anbieter und das "Kindl-Zentrum für Zeitgenössische Kunst".

Nun gibt es einen neue Eigentümer für das Gelände des ehemaligen Vollgutlagers an der Rollbergstraße: Die Schweizer Edith Maryon Stiftung kaufte das Grundstück mit 30 000 Quadratmetern Innenräumen und etwa 12 000 Quadratmetern Neubaupotential.

Das Projekt nennt sich "Vollgut" und umfasst die ehemaligen Bierlagerräume mit Freifläche mit darunterliegendem Gärkeller. Das alte Lager wurde vier Stockwerke tief in den Hügel gegraben. Auf die starken Mauern und Pfeiler der Lagerräume könnten neue Stockwerke aufgebaut werden (derzeit befindet sich dort eine Kartbahn-Halle). Außerdem zum Projekt gehören ein angrenzendes Gebäude an der Neckarstrasse und eine Halle an der Rollbergtrasse.

Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) bezeichnete den Erwerb durch die Stiftung bei der Vorstellung der Entwicklungspläne am 25. November im Keller des Vollgutlagers als „gute Nachricht“. „Neukölln hat bei allen Problemen auch viel Potenzial. Wir sind jetzt an einem Punkt, wo Wandel und Entwicklung gestaltet werden können“, sagte Giffey.

Die Stiftung, so versicherte Geschäftsführer Christoph Langscheid, wolle keinen kommerziellen Profit machen, sondern den Standort sozial und kulturell nutzen. Die Nachbarschaft solle in die Planungen einbezogen werden.

Wie das zukünftig aussehen könnte, stellte neben weiteren Nutzern Alice Grundhammer vom Verein Agora Collective vor. Ein „Innovations-Lab für zirkuläres Wirtschaften“ soll Werkstätten beherbergen, die Holz, Metall und recycelte Stoffe verarbeiten, außerdem könnten Galerien, Gastronomie und Tonstudios einziehen.

Auch Pläne für dazugehörige Wohnprojekte gibt es bereits. Unter anderem sind ein Holzaufbau mit zweieinhalb Geschossen auf das Vollgutlager mit günstigen Mietwohnungen geplant sowie ein weiteres, temporäres Wohnprojekt.

Vieles bleibt aber zunächst offen, um genügend Freiraum für Entwicklungen und Akteure zu lassen. Angelika Drescher, Geschäftsführerin von Vollgut: „Wir haben jetzt einen ganz langen Weg vor uns.“ Infos unter www.vollgut.berlin. SB
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