Weg mit dem Dreck mit Sauberkeitskampagne

Wolfgang und Antje Becker, Bewohner des Körnerkiezes, sagten bei der Vorstellung der Kampagne “Schön wie wir – so wollen wir unser Neukölln“ spontan ihre Teilnahme mit einer eigenen Aktion zu und erhielten dafür gleich den symbolischen Besen. (Foto: Sylvia Baumeister)

Neukölln. Schon seit Jahren nimmt der Bezirk einen unrühmlichen Spitzenplatz bei der Ablagerung illegalen Sperrmülls ein. Mit einer Kampagne sollen nun die Bewohner ermutigt werden, selbst aktiv gegen die Vermüllung vorzugehen.

Entsorgung geht in Neukölln ganz einfach: Matratzen, Schrankteile, kaputtes Spielzeug, Fernseher – alles wird einfach an die nächste Straßenecke gestellt. Zwar wird das mit bis zu 5000 Euro Bußgeld bestraft, aber kaum ein Verursacher kann ermittelt werden. Im vorigen Jahr musste die Berliner Stadtreinigung (BSR) im Auftrag des Ordnungsamtes 800 Tonnen illegal abgelagerten Sperrmüll in Neukölln entsorgen. Beim Anliegen-Management (AMS) unter „Ordnungsamt Online“ (ordnungsamt.berlin.de) werden bis zu 200 Verstöße täglich gemeldet. Millionen Euro muss der Bezirk für die Entsorgung von Sperrmüll jedes Jahr aufbringen. Geld, das an anderen Enden wieder fehlt.

Um diesen Zustand zu ändern, initiierte Bürgermeisterin Franziska Giffey die Kampagne „Schön wie wir – so wollen wir unser Neukölln“. Am 11. März stellte sie das neue Projekt, das über mindestens zwei Jahre laufen soll, vor. „Mehr als die Hälfte der Anschreiben von Bürgern dreht sich um dieses Problem. Wenn so viele Menschen ihren Müll da abladen, wo sie gehen und stehen, reicht der Einsatz von BSR und Ordnungsamt einfach nicht mehr aus“, meint Giffey. Mithilfe der Kampagne möchte sie möglichst viele Neuköllner dazu bewegen, sich aktiv für mehr Sauberkeit im Bezirk einzusetzen. „Es geht nicht darum, alles blitzeblank zu haben, sondern mitzuhelfen, diesen Bezirk ein Stück lebenswerter zu machen“.

Gefragt sind eigene, originelle Aktionen, die mit Arbeitskollegen, Nachbarn, Freunden oder der Familie umgesetzt werden. Wer mitmachen will, kann seine Aktion mit Foto auf der Online-Plattform www.schoen-wie-wir.de vorstellen. Da der Bezirk nur begrenzte Mittel für die Kampagne zur Verfügung stellen kann, hofft er auf Unterstützung von Partnern aus der Wirtschaft.

Das Unternehmen Remondis stiftete bereits eine große Menge von gelben Besen mit pinkfarbenen Borsten, die als Symbol für die Kampagne an Teilnehmer vergeben werden. SB
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