Grüne starten Flashmob für den Ausbau von Radwegen

Die beiden Neuköllner Grünen-Abgeordneten Anja Kofbinger und Susanna Kahlefeld rollten am 19. April den roten Teppich für Radfahrer an der Weserstraße aus. (Foto: Sylvia Baumeister)

Neukölln. Die Direktkandidaten Anja Kofbinger, Susanna Kahlefeld und Georg Kössler rollten am 19. April an drei Standorten in Nord-Neukölln einen Roten Teppich aus. Mit der Flashmob-Aktion untermauerten sie ihre Forderung nach mehr Fahrradwegen, vor allem in Nord-Neukölln.

Mit einem Megaphon steht Anja Kofbinger am Dienstag um 10 Uhr auf der Weser- Ecke Pannierstraße. Neben dem Fahrradweg hat sie einen etwa zehn Meter langen, roten Teppich mit Fahrrad-Piktogramm ausgerollt. „Der Bezirk muss endlich aus seinem Tiefschlaf erwachen und anfangen, sichere Fahrradwege auszubauen“, ruft die Neuköllner Abgeordnete ins Megaphon. Die Aktion lief an diesem Tag auch noch am Karl-Marx-Platz und am Herrfurthplatz. „In ganz Nord-Neukölln ist das Fahrradnetz schlecht“, sagt Jochen Biedermann, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bezirksparlament. Seine Fraktion und die drei Direktkandidaten fordern deshalb vom Bezirk mehr Aktivität in dieser Angelegenheit.

Immer wieder, so kritisieren die Grünen, würden ihre Anträge und Vorschläge zum Ausbau des Fahrradwegenetzes entweder abgelehnt oder verschleppt. „Ganze acht Jahre hat es nach dem Beschluss der BVV gedauert, bis beispielsweise vor unserem Bürgerbüro in der Wipperstraße Fahrradabstellanlagen installiert waren“, erzählt Anja Kofbinger. Der gesamte Reuterkiez sei durch das Kopfsteinpflaster nicht fahrradfreundlich. „Selbst da, wo es Radwege gibt, sind sie so schlecht, dass Radfahrer auf die Bürgersteige ausweichen und Fußgänger gefährden“, so die Abgeordnete. Biedermann kritisiert, dass Baustadtrat Thomas Blesing (SPD) sich immer wieder mit Geld- und Personalmangel herausrede, obgleich man für den Ausbau der Fahrradinfrastruktur auch Mittel aus anderen Töpfen einwerben könnte.

So habe das Bezirksamt trotz eines Beschlusses der BVV versäumt, sich für den Bundeswettbewerb Klimaschutz im Radverkehr zu bewerben. Das weist Blesing von sich: „Natürlich haben wir uns für den Wettbewerb beworben. Im Übrigen nehmen wir gern alle Mittel in Anspruch, die wir bekommen können“, sagt der Stadtrat. Mit Senatsgeldern sei beispielsweise 2015 die Braunschweiger Straße zwischen Karl-Marx-Platz und Richardstraße asphaltiert worden. „Aus unserem eigenen Etat finanzieren wir in der Regel Sanierungen von Radwegen“, so Blesing. Insgesamt, so betont er, habe der Bezirk seit 2006 über 40 Kilometer Radwege ausgewiesen, saniert oder neu geschaffen. Blesing: „Wir stellen hier seit über neun Jahren unter Beweis, dass der Ausbau von Radwegen Priorität hat.“ SB
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Helmar Lux aus Reinickendorf | 28.04.2016 | 17:42  
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