In der Schuldenfalle: Mehr als jeder Siebte hat mehr Ausgaben als Einnahmen

Viele Neuköllner haben kaum noch Geld im Portemonnaie, wenn sie ihren monatlichen Verpflichtungen nachgekommen sind. (Foto: Schilp)

Neukölln gehört zu den drei Berliner Bezirken, in denen die Zahl der überschuldeten Bewohner am höchsten ist. Das geht aus dem soeben veröffentlichten Schuldneratlas des Unternehmens „Creditreform“ hervor.

Überschuldet ist jemand, dessen Ausgaben und Zahlungsverpflichtungen dauerhaft höher sind als seine Einnahmen. Bundesweit trifft das auf rund zehn Prozent der erwachsenen Bevölkerung zu, in Berlin auf 12,6 Prozent. Negativspitzenreiter ist Spandau mit annähernd 16 Prozent, gefolgt von Marzahn-Hellersdorf (15,6 Prozent) und Neukölln (15,4 Prozent).

Mit Abstand am wenigsten Menschen, nämlich 8,3 Prozent, stecken in Steglitz-Zehlendorf in der Schuldenfalle. Knapp darüber landen Pankow und Treptow-Köpenick mit gut zehn beziehungsweise elf Prozent.

Nur in vier Bezirken hat die Überschuldung in den vergangenen Jahren leicht zugenommen, in Reinickendorf, Steglitz-Zehlendorf, Neukölln und Spandau. In den anderen Stadtteilen ist die Quote gesunken. Das bedeutet aber nicht, dass sich mehr Menschen als zuvor aus ihrer misslichen Lage befreien konnten. Die Analysten machen vielmehr die wachsende Stadt, also den Zuzug von neuen Bürgern, dafür verantwortlich.

Der Hauptgrund für eine Überschuldung ist Arbeitslosigkeit, es folgen die Trennung vom Partner, Todesfälle von nahestehenden Personen, aber auch Erkrankung, Sucht, Unfall, eine unwirtschaftliche Haushaltsführung sowie eine gescheiterte Selbstständigkeit.

Ausführlichere Informationen gibt es auf http://asurl.de/13nd
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