11. Fest der Demokratie am 30. Mai am Bahnhof Schöneweide

Niederschöneweide. Das "Fest für Demokratie und Toleranz" hat im Bezirk schon eine Tradition. Am 30. Mai gibt es bereits die elfte Ausgabe.

Gefeiert wird von 13 bis 20 Uhr rund um das Zentrum für Demokratie an der Michael-Brückner-Straße 1 direkt am Bahnhof Schöneweide. Über 40 Vereine, Parteien, Initiativen und Unternehmen, die sich dem Einsatz für Demokratie verschrieben haben, präsentieren ihre Arbeit. Ein Schwerpunkt in diesem Jahr wird der Einsatz für geflüchtete Menschen sein. Neben politischer Bildung werden zahlreiche Freizeitaktivitäten angeboten. Der Mellowpark kommt mit einer Halfpipe für BMX-Radler, das FEZ und das Spielehaus Friedrichshagen bieten Spielmöglichkeiten für Kinder, unter anderem eine Hüpfburg. Auf einem Minifußballfeld treten Spieler des 1. FC Union zum "Bolzen ohne Nazis" an.

Auf zwei Bühnen sorgen 15 Bands den ganzen Tag über für Unterhaltung, unter anderem die "Anarchistische Musikwirtschaft", "Zargenbruch" und "Pausenmusik". An zahlreichen Ständen gibt es Kulinarisches aus aller Welt. Das Fest der Demokratie ist ein Resultat vermehrter rechtsextremistischer Aktivitäten in Ober- und Niederschöneweide sowie der Etablierung der Parteizentrale der rechtsextremen NPD im Bezirk. Migranten, Linke und auch Behinderte waren in den vergangenen Jahren immer wieder Opfer von politisch motivierten Übergriffen geworden. Inzwischen haben Rechtsextremisten keine offenen Treffpunkte mehr, weil Läden und eine Kneipe von den jeweiligen Vermietern gekündigt wurden. Auch gegen diese Treffs war auf dem "Fest für Demokratie und Toleranz" alljährlich protestiert worden.

2014 wurden 231 Vorfälle mit rechtem Hintergrund im Bezirk dokumentiert, über 50 Prozent davon waren Propagandadelikte wie das Zeigen des Hitlergrußes oder das Kleben von rechtsextremer Propaganda. Die Aktivitäten der rechten Szene haben sich inzwischen von Schöneweide nach Adlershof und ins Allende-Viertel verlagert, vermutlich im Zusammenhang mit den dort errichteten Flüchtlingsheimen.

Die Schirmherrschaft über das Fest hat Bürgermeister Oliver Igel (SPD) übernommen, er wird die Veranstaltung auch um 13 Uhr eröffnen.


Ralf Drescher / RD
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